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Piraten-Chef auf der Anklagebank

Piraten-Chef auf der Anklagebank
(Tageblatt-Archiv)

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Im Januar 2012 tauchen 49.000 Datensätze der "Médico-sportif" in Luxemburg im Internet auf. Piratenchef Sven Clement muss sich am Mittwoch vor Gericht verantworten.

Hat der Chef der Piratenpartei Luxemburg, Sven Clement, die 49.000 Datensätze der «Médico-sportif»-Datenbank öffentlich gemacht? Es geht dabei um persönliche Daten von Sportler aus Luxemburg. Clement war damals schnell im Fokus der Ermittler. Der Pirat hatte den «Datenklau» aufgedeckt und gemeldet. Es folgte im April eine Hausduchsuchung und die Beschlagnahmung von Festplatten.

Warum gegen Clement ermittelt wurde

5. Januar 2012:
Sven Clement kommt zur einer Untersuchung in einem Centre médico-sportif. Dabei sieht er die Passwörter an einem Computer geheftet.

6. Januar 2012:
Sven Clement meldet den Datenschluder dem «Computer Incident Response Center Luxembourg» (CIRCL).

9. Januar 2012:
An diesem Tag loggt sich Clement ein zweites Mal in den Rechner des Centre médico-sportif ein. Das wird ihm zum juristischen Verhängnis. Die Staatsanwaltschaft sieht hier einen klaren Verstoß gegen den Datenschutz.

Bei den Datensätzen handelt es sich um persönliche Informationen von Sportler, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit hätten gelangen dürfen. Schnell macht das Schlagwort «Médicoleak» die Runde.

Harte Strafen

Im Centre médico-sportif waren demnach die Passwörter alles andere als sicher. Sie waren zum Teil auf einem Zettel an den Arbeitscomputern angeheftet. Die Piratenpartei hatte damals die unprofessionellen und unseriösen Sicherheitsstandards beim Speichern solcher Daten kritisiert. «Es ist inakzeptabel, wie fahrlässig das Sportministerium unter Leitung von Minister Romain Schneider bei der Planung dieser Datenbank gehandelt hat», sagt Sven Clement im Januar 2012.

Die Justiz schaltete sich ein. Am Mittwoch muss sich jetzt Clement vor Gericht verantworten. Er soll für den Datendiebstahl verantwortlich sein, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Obwohl von staatlicher Seite damals geschludert wurde, kennt der Gesetzgeber kein Pardon beim Thema Datenschutz. Dem Oberpirat drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.