Donnerstag22. Januar 2026

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Papst lenkt im Streit mit «Titanic» ein

Papst lenkt im Streit mit «Titanic» ein
(dpa)

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Doch kein Prozess. Der Heilige Stuhl zieht den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin "Titanic" zurück.

Einen Tag vor der geplanten Gerichtsverhandlung hat das Oberhaupt der katholischen Kirche eingelenkt. «Nach eingehenden Beratungen ist der Heilige Stuhl zur Entscheidung gelangt, eine Rücknahme des Antrags auf einstweilige Verfügung gegen den Titanic Verlag zu veranlassen», teilte das deutsche Staatssekretariat des Heiligen Stuhls am Donnerstag mit. Die für Freitag angesetzte mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg fällt somit aus.

Zugleich würden weitere rechtliche Maßnahmen geprüft, «um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen», hieß es in der knappen Mittelung weiter. Die «Titanic» feierte die Entscheidung des Papstes als einen «historisch einmaligen Triumph».

Halleluja

Anlass des Streits war das Juli-Titelbild der «Titanic». Das Cover zeigte den Papst mit einem großen gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel hieß es in Anspielung auf den Skandal um den Verrat von internen Dokumenten: «Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!». Auf der Rückseite wurde er von hinten mit braunem Fleck und dem Kommentar «Noch eine undichte Stelle gefunden!» gezeigt.

Der Papst hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Fotomontage erwirkt, weil er sich dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlte. Das Landgericht Hamburg verbot die weitere Verbreitung des Titelfotos. Dagegen wiederum legte die Zeitschrift Widerspruch ein.

Die «Titanic» wollte den Prozess zum Spektakel machen. Die gesamte Redaktion des Satiremagazins wollte anreisen, um die Verhandlung zu verfolgen. Bereits am Donnerstag hatten sich mehrere Mitarbeiter der Zeitschrift und Mitglieder der Satirepartei «Die Partei» an die berühmte Hamburger Hauptkirche St. Michaelis gekettet.