Die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), die tägliche Ölfördermenge auf dem bisherigen Niveau zu belassen, hat die Rohölpreise am Freitag weiter fallen lassen. In London fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Morgen auf 71,12 Dollar (56,93 Euro) und damit auf einen neuen Vier-Jahres-Tiefstand. So günstig war dieses Öl zuletzt am 7. Juli 2010 gewesen.
In den USA lag der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate zur Lieferung im Januar bei Handelsbeginn bei 69,29 Dollar, das waren 4,40 Dollar weniger als am Mittwochabend. Im elektronischen Handel – in den USA waren die Börsen wegen des Feiertags Thanksgiving geschlossen – schien sich der Preis am Freitag aber wieder langsam zu erholen.
Problem für die USA
Die Opec hatte am Donnerstag in Wien beschlossen, ihre Fördermenge von 30 Millionen Barrel pro Tag nicht zu drosseln. Dafür hatten einige Mitglieder plädiert. Sie wollten damit den Preis stabilisieren, der seit Sommer auf Talfahrt ist und seitdem bereits um mehr als 30 Prozent gesunken ist. Gegen eine Drosselung der Fördermenge sprach sich vor allem das mächtige Opec-Mitglied Saudi-Arabien aus.
Nach Ansicht von Analysten sieht Saudi-Arabien mit einer gewissen Zufriedenheit, wie die Fracking-Industrie insbesondere in den USA unter dem niedrigen Ölpreis ächzt. Dem saudiarabischen Analysten Abdelwahab Abu-Dahesch zufolge ist Saudi-Arabien stark genug, um den niedrigen Ölpreis «zwei bis drei Jahre» lang durchzustehen.
Zu Demaart
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