Eine Blaualgenplage im Stausee hat das Baden diesen Sommer ziemlich unappetitlich gemacht. Grüne, zum Teil schleimige Fäden breiteten sich in dem Trinkwasserreservoir aus. Schnell schalteten sich das Umweltministerium und das Wasserwirtschaftsamt ein. Immer wieder wurde die Qualität des Wassers überprüft. Eine Badewarnung wurde herausgegeben. Auch auf den Verzehr von Fisch aus dem Stausee sollte man verzichten.
Jetzt liegen die Ergebnisse für die Monate August und September vor. In fast 60 Prozent der Wasserproben wurde ein hoher Giftwert gemessen. Dabei wurde in einem Fall der Grenzwert um das 300-fache überschritten. Darum solle man auch bis auf Weiteres keinen Fisch aus dem See essen, so das Gesundheitsamt am Montag. Ein Problem für das Trinkwasser bestehe aber nicht, heißt es weiter.
Trinkwasserreservoir
Die oft Blaualgen genannten Cyanobakterien gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Etwa 40 der bis zu 2.000 verschiedenen Arten erzeugen ein Gift und können so Badegewässer und Trinkwasserreservoire verseuchen.
Bei Hautkontakt drohen durch verschiedene Bestandteile der Cyanobakterien Haut- und Schleimhautreizungen. Zudem sind allergische Reaktionen möglich. Schwerwiegender sind die Folgen, wenn man größere Mengen des belasteten Wassers schluckt: Neben Durchfallerkrankungen und Kopfschmerzen sind Atemwegserkrankungen oder Kreislaufstörungen möglich.
Explosionsartige Vermehrung
Starker Befall ist sichtbar an einer bläulich-grünen Verfärbung des Wassers, grünlicher Schlierenbildung und einem türkisfarbenen Algenteppich an der Wasseroberfläche. Als eine Ursache für die explosionsartige Vermehrung von Cyanobakterien («Algenblüte») besonders bei hohen Temperaturen gilt die ständige Anreicherung des Wassers mit Pflanzennährstoffen wie Phosphor und Stickstoff. Diese Nährstoffe stammen aus der Überdüngung von Äckern, Wiesen und Wäldern sowie mangelhaft gereinigten kommunalen und industriellen Abwässern.
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