Freitag2. Januar 2026

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Niederländisches Fleisch in Luxemburg

Niederländisches Fleisch in Luxemburg
(dpa/Illustration)

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LUXEMBURG – Nur ein Tag nach dem Bekanntwerden eines Lebensmittelskandals aus den Niederlanden steht fest, dass womöglich falsch etikettiertes Fleisch auch in Luxemburg verkauft wurde.

Am Mittwoch riefen die niederländischen Behörden mehr als 55.000 Tonnen Fleisch in ganz Europa zurück. Der Verdacht: Das Fleisch sei möglicherweise mit nicht-deklariertem Pferdefleisch vermischt, hieß es. Jetzt bestätigt Dr. Félix Wildschutz, Leiter des Veterinäramts in Luxemburg gegenüber Tageblatt.lu, dass auch Luxemburg betroffen ist: „Wir sind von den Behörden aus den Niederlanden informiert worden, dass Fleisch auch nach Luxemburg geliefert wurde. Über eine genaue Menge wissen wir noch nichts.“ Das Fleisch soll in der Zeitspanne vom 1. Januar 2011 und bis Mitte Februar 2013 nach Luxemburg geliefert worden sein, so Wildschutz. Das Veterinäramt warte derzeit auf weitere Angaben der Behörden aus den Niederlanden, um den Fall genauer untersuchen zu können.

Zu der Problematik, dass Fleisch möglicherweise falsch ausgezeichnet oder verbotene Mischungen gemacht wurden, komme hinzu, dass die Herkunft der betroffenen Lebensmittel nicht eindeutig geklärt sei, so Dr. Wildschutz. „Sobald wir mehr Daten haben, wohin das Fleisch ausgeliefert wurde, werden wir die betroffenen Fuhren vorsorglich sofort vom Markt nehmen“, betont der Leiter des luxemburgischen Veterinäramtes.

Eine positive Probe

Vor einigen Wochen hatte ein Pferdefleischskandal für Aufsehen gesorgt. Im Rahmen eines Programms der EU-Kommission nahm das Luxemburger Veterinäramt damals verschiedene Produkte unter die Lupe. Die Ware war jedoch bereits vor der Untersuchung aus den Supermarktregalen genommen worden. „Insgesamt haben wir 16 Proben auf Pferdefleisch untersucht, eine davon war positiv“, berichtet Félix Wildschutz. Geprüft wurden Fertigprodukte, die laut Packungsangabe Rindfleisch enthielten. „Bei der positiven Probe, in der tatsächlich Pferdefleisch festgestellt wurde, handelt es sich um ein Produkt, das bereits vom Händler aus dem Regal genommen wurde“, so Wildschutz. Zuvor hatte der Lieferant seine Kunden über den Verdacht gegenüber dem verarbeitenden Betrieb informiert.

Was die Ergebnisse der Untersuchungen über die Spuren von Medikamenten im Pferdefleisch angeht, so haben die Tester acht Proben entnommen. „Alle Proben des Pferdefleischs von Tieren, die in Luxemburg geschlachtet wurden, als auch von Fleisch, das aus Drittstaaten importiert wurde, sind negativ ausgefallen“, erklärt der Leiter des Veterinäramtes.

Der aktuelle Lebensmittelskandal umfasst nach Angaben der Behörden etwa 370 Betriebe in verschiedenen europäischen Ländern. Mehrere Zwischenhändler und Fleisch verarbeitende Betriebe müssen jetzt ihre Ware beim Kunden aufspüren und vom Markt nehmen. Wie beim ersten Pferdefleischskandal sollen auch jetzt vor allem Tiefkühlprodukte betroffen sein.