In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an nationale Bischofskonferenzen und religiöse Orden, darunter Luxemburg, forderte der Papst dazu auf, «eng und vollständig» mit dem von ihm geschaffenen neuen Ausschuss für Kinderschutz zusammenzuarbeiten. Die vom US-Kardinal Sean O’Malley geleitete Kommission tritt erstmals am Freitag in Rom zusammen.
Der Kommission gehören 16 Geistliche und Laien an. Unter den sieben Frauen und neun Männern sind auch zwei Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester aus Irland und aus Großbritannien. Familien sollten wissen, dass die Kirche jegliche Anstrengung zum Schutz ihrer Kinder unternehme, heißt es in dem Papstbrief.
Fälle in Luxemburg
Sie könnten sich voller Vertrauen an die Kirche wenden, denn diese sei ein «sicheres und geschütztes Haus» für ihre Kinder. Die Bekämpfung sexueller Übergriffe muss dem Papst zufolge in der Kirche Priorität haben. Andere Anliegen – welcher Art auch immer, etwa der Wunsch, einen Skandal zu vermeiden – dürften keine Priorität bekommen. «Denn im Priesteramt ist absolut kein Platz für diejenigen, die Minderjährige missbrauchen», schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche.
Anfang 2010 wurden in Luxemburg die ersten Fälle bekannt. Diese lagen oft 30 Jahre und länger zurück. Eine Hotline wurde eingerichtet. Innerhalb eines Jahres meldeten sich laut einem Abschlussbericht bei der Kontaktstelle der Erzdiözese für Missbrauchsopfer 138 Menschen. Die meisten Opfer (60 Prozent) waren Männer. In 114 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft.
Der jüngste Fall von Missbrauch liegt sieben Jahre zurück. Anfang Oktober erstattete ein Priester im Pfarrverband Belair-Merl-Zessingen Selbstanzeige. Der Mann wurde vom Erzbischof vom Dienst suspendiert. Gegen ihn laufen derzeit Ermittlungen.
Zu Demaart
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