„Nero: Kaiser, Künstler und Tyrann“ ist die erste große Sonderausstellung dieser Art in Mitteleuropa. Die älteste Stadt Deutschlands möchte sich damit als das „Zentrum der Antike“ positionieren.
Die Ausstellung läuft gleichzeitig in drei Museen. Das Rheinische Landesmuseum Trier widmet sich auf über 1.000 Quadratmetern und in 14 Ausstellungsräumen der Geschichte des römischen Kaiser Nero. Ein chronologischer Rundgang mit 430 Exponaten beleuchtet den Werdegang des Imperators, darunter auch bis heute noch nie gezeigte Leihgaben, sowie Ausstellungsstücke aus Rom oder aus dem Louvre.
Diese Objekte geben Aufschluss über die Person Nero, die hinter den Klischees des verrückten Tyrannen steckt. Das Bild, das wir zu Nero haben, stammt aus der Feder antiker Autoren wie Tacitus, Sueton und Cassius Dio. Nun revidieren neue Forschungsergebnisse diese negative Darstellung.
Das Landesmuseum zeichnet sein Leben von den Anfängen als engagierter Kaiser, der beim Volk beliebt war, über sein Zerwürfnis mit seiner machthungrigen Mutter Agrippina, die er ermorden ließ bis hin zu seinen Tagen als „Künstler-Kaiser“, wo er unter anderem als Schauspieler in Frauenrollen auf der Bühne stand.
Nero als Christenverfolger
Das Museum am Dom Trier widmet sich Nero und den Christen. Der Kaiser ist als Christenverfolger in die Geschichte eingegangen. Doch welche Wahrheit steckt hinter seinem Ruf als Antichristen? Auf circa 500 Quadratmetern wird das Thema eingebettet in das Verhältnis des römischen Staates zu Religion.
Außerdem zeichnen die 130 Exponate aus verschiedenen Epochen die Geschichte der Christenverfolgung nach, angefangen beim großen Brand von Rom, 64. n. Chr.: Dieser Brand, bei dem fast die ganze Stadt abbrannte, wurde jahrhundertelang Nero zulasten gelegt, weil er Platz für einen neuen Palast schaffen wollte.
Um sich von dem Verdacht zu befreien, schob er die Schuld auf die noch junge Gemeinschaft der Christen. Die heutige Forschungsmeinung bestätigt jedoch, dass Nero nichts mit dem Brand zu tun hatte. Die Christenverfolgung ist jedoch untrennbar mit dem römischen Kaiser verknüpft.
Das Museum am Dom bezieht in seiner Ausstellung auch die aktuelle Zeit mit ein. Die Bildrezeption des berühmt-berüchtigten Herrschers wird im Stadtmuseum Simeonstift Trier ein Thema. Die erste Ausstellung zur nachantiken Bildtradition Neros „Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero in der Kunst“ vereint 214 Exponate aus ganz Europa, und zeigt, dass Dekadenz, Intrigen und Verbrechen – also das Leben des Kaisers Nero, seit Jahrhunderten als Inspiration für die Künste dient. Den Anfang bilden Objekte aus der Populärkultur, welche den zelebrierten Kult rund um Nero verdeutlichen.
Sein Bild in der Kunst wird von mittelalterlichen Buchmalereien über barocke Gemälde bis hin zu zeitgenössischen Fotografien näher beleuchtet. Opern, Filme und Karikaturen aus der jüngsten Gegenwart zeigen, dass die Geschichten rund um den Imperator bis heute nicht vergessen sind.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können