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Nationalitätsgesetz: «Besser wéi virdrun mä…»

Nationalitätsgesetz: «Besser wéi virdrun mä…»
(Tageblatt-Archiv)

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Am Dienstag morgen meldete sich via Pressemitteilung auch die Initiative "Wee2050 - nee2015" um Fred Keup zu Wort, um den Vorschlag für das neue Nationalitätsgesetz zu kommentieren. Es sei besser als der vorige Entwurf, heißt es, aber das Sprachenniveau würde klar herabgehen.

Die Initiative, die sich während der Referendumkampagne 2015 als «Nee2015» gegründet hatte, begrüßt in der Mitteilung, dass die ursprünglich «extrem Versioun vum Dësch as» und Minister Félix Braz sich näher zu der «politischen Mitte» bewegt habe, welche die Initiative eigener Aussage nach vertritt (Slogan: «Mir sinn déi politesch Mëtt»).

Hierzu kann man sagen, das der Konsens-Entwurf in wesentlichen Fragen nicht sehr weit vom ersten Text abweicht; ob fallen gelassene Vorschläge für Spezialfälle als «extrem» bezeichnet werden können, ist wohl Ansichtssache.

Was das Reizthema der Iniative angeht, die Sprache, so heißt es hierzu: «Huet ee bis elo de Niveau A2 am Schwätzen an den Niveau B1 am Héiere-Verstoen gebraucht, sou geet am neie Gesetz de Niveau A2 am Schwätzen duer. De Niveau B1 am Héiere-Verstoen dee bedeit, datt een eng Nouvelle um Radio verstoe kann, ass net méi gefrot!»

Interpretationssache

Dies ist nicht ganz richtig, resp. Interpretationssache. Im Artikel 15 des Original-Textes ist festgehalten, dass die Kandidaten für eine Naturalisierung sowohl den mündlichen Test (Niveau A2) als auch den Verständnis-Test (Niveau B1) absolvieren müssen. Gilt als bestanden, wenn man beim Reden (A2) mehr als die Hälfte der Punkte erhält. Hat man weniger als die Hälfte, kann man dies durch die Punktzahl im B1-Verständnistest kompensieren, wenn dann der Durchschnitt der erzielten Punkte über der Hälfte liegt.

Dies ist ein Teil des Parteien-Konsens: Im bisherigen Gesetz sind A2 und B1 gefragt, im ersten Entwurf von Braz war jeweils das Niveau A2 vorgesehen.

Integrationssprache

Ansonsten bleibt die Initiative bei ihrer Meinung, dass dieser Weg zur Erlangung der Nationalität lediglich eine Integration auf dem Papier und nicht in der Realität sei.

Damit luxemburgisch wirklich zu einer Integrationssprache werde, fordert «Wee2050» weiterhin Fördermaßnahmen für die luxemburgische Sprache: «Mir vermëssen e gesetzlech festgeluechte Moossnamekatalog fir (a) den auslänneschen Matbierger et besser ze erméiglechen an (b) si och ze motivéieren d’Sprooch ze léieren: Informatiounscampagnen, méi Sproochecoursen, eng méi héich Präsenz am Alldag, zum Beispill op Internetsäiten, Stroosseschëlder a Panneauen. Wéi soll een d’Sprooch léieren wann een net an Kontakt kënnt mat hir?»