Sonntag11. Januar 2026

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Muslime fordern Gleichstellung

Muslime fordern Gleichstellung
(dpa)

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Die muslimische Gemeinschaft in Luxemburg fordert beim Thema finanzielle Unterstützung gleiches Recht für alle. Sie spricht von einer staatlichen Verschleppungstaktik.

Der Präsident der Shoura, also der muslimischen Gemeinschaft in Luxemburg, Sabahudin Selimovic, hat ein geharnischtes Schreiben an Staatsminister Juncker gerichtet. Die Gemeinschaft moniert die Tatsache, dass, obwohl der Regierungsrat bereits 2007 sein prinzipielles Einverständnis zu einer Konvention mit der muslimischen Glaubensgemeinschaft gegeben hatte, seitdem mit immer neuen Forderungen verhindert wurde, dass diese Konvention unterzeichnet wurde.

Dies habe dazu geführt, dass die Shoura Subsidien von 2.480 Euro/Jahr vom Staat erhält, während die katholische Kirche mit 33,36 Millionen unterstützt wird (plus 17,3 Millionen zur Finanzierung der Pfarrer).

Zweitgrößte Gemeinschaft

Die Protestanten erhielten 687.000 Euro, die jüdische Gemeinschaft 460.800 Euro, die Orthodoxen knapp 280.000 Euro und die Anglikaner 151.000 Euro. Dabei sei die muslimische Gemeinschaft die zweitgrößte im Land. In dem Brief hageln die Vorwürfe nur so auf die Kultusminister herab. Die Gemeinschaft will sich nicht mehr länger hinhalten lassen und verweist u.a. auf das verfassungsmäßig festgeschriebene Prinzip der Gleichbehandlung, aber auch auf die europäisch garantierten Grundrechte der Bürger.

Die Konvention sei eine Möglichkeit zur besseren Integration der Gemeinschaft, heißt es weiter: Mit der staatlichen Verschleppungstaktik werde auch die Integration verhindert. Die Gemeinschaft hat mittlerweile die Unterstützung der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz des Europarates, der die Regierung auffordert, schnell eine Lösung zu finden, damit die Muslime ihrem Glauben nachgehen können.

Die Gemeinschaft werde nun Aktionen unternehmen und bei einer Reihe von europäischen und internationalen Instanzen Klage einreichen, heißt es abschließend in dem Schreiben, das als Kopie an den Großherzog gesandt wurde. Die Shoura repräsentiert nach eigenen Angaben sechs islamistische Vereinigungen. In Luxemburg wohnen 11.000 Muslime (2,6 Prozent der Bevölkerung).