Russland kann die geplante Erdgas-Pipeline South Stream nach eigenen Angaben derzeit nicht verwirklichen und macht die bulgarische Regierung dafür verantwortlich. Bulgarien blockiere die Bauarbeiten am Meeresgrund, weshalb das Projekt «unter den jetzigen Bedingungen» nicht weiterverfolgt werden könne, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Montagabend bei einem Besuch in Ankara.
Die notwendige Erlaubnis aus Sofia liege immer noch nicht vor. Zugleich kündigte Putin an, die Gasexporte in die Türkei um drei Milliarden Kubikmeter aufzustocken und den Preis um sechs Prozent zu senken. Die umstrittene South-Stream-Pipeline soll Gas an der Ukraine vorbei von Russland nach Europa bringen.
16 Millarden Euro
Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ist das Milliardenprojekt zum umkämpften Faustpfand zwischen Moskau und der EU geworden. Nach erheblichem Druck aus Brüssel und Washington hatte das Transitland Bulgarien im Juni die Vorarbeiten an dem Pipeline-Projekt ausgesetzt. Die USA hatten insbesondere kritisiert, dass Bulgarien ein russisches Konsortium ausgewählt hatte, um den Teilabschnitt der Leitung durch das Land zu bauen.
Das South-Stream-Projekt wurde im Jahr 2012 ins Leben gerufen. Die rund 2400 Kilometer lange Pipeline soll unter Führung des russischen Energieriesen Gazprom gebaut werden und jährlich bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas über das Schwarze Meer in die EU transportieren. Das Projektvolumen wird mit etwa 16 Milliarden Euro veranschlagt.
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