Der 69-jährige werde dort an einem Leistenbruch operiert, meldete am Donnerstag unter anderem der Belgrader Sender B92.
Das UN-Kriegsverbrecher-Tribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) wollte die Berichte weder bestätigen, noch dementieren. Mladic hatte zu Beginn seines Verfahrens am 3. Juni erklärt, er sei «ein schwer kranker Mann».
«Kein Kommentar»
Nach den Regeln des Gerichtshofes gebe man grundsätzlich «keinen Kommentar zu Spekulationen über den Gesundheitszustand» von Angeklagten ab, erklärte eine Sprecherin des ICTY auf Anfrage. Angaben zu persönlichen vertraulichen Angelegenheiten von Angeklagten könnten nur gemacht werden, wenn der Angeklagte diese selbst freigebe oder die Vertraulichkeit per Gerichtsbeschluss aufgehoben werde.
Ein Anwalt von Mladic hatte Anfang August in Belgrad erklärt, sein Mandant leide unter einem Leistenbruch und müsse demnächst operiert werden. Laut dem Sender B92 wurde Mladic Mittwochabend aus dem UN-Untersuchungsgefängnis in das Bronovo-Hospital in Den Haag gebracht. Dort wollte sich zunächst niemand dazu äußern.
Mladic-Prozess aufgespaltet?
Die Staatsanwaltschaft beim ICTY hatte am Mittwoch eine Aufspaltung des Mladic-Verfahrens auf zwei aufeinanderfolgende Prozesse beantragt, um dadurch schneller ein erstes Urteil erreichen zu können. Grund sei unter anderem, dass man «für den Fall einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Mladic zu planen» habe, hieß es in dem Antrag.
Danach soll Mladic zuerst wegen Völkermords in Srebrenica zur Rechenschaft gezogen werden und erst in einem möglichen weiteren Prozess wegen der anderen ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen, darunter die Belagerung von Sarajevo. Die bisherige Anklageschrift, die nun für zwei Prozesse aufgeteilt werden soll, umfasste elf größere Fälle von Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges 1992-95, dem etwa 100 000 Menschen zum Opfer fielen.
Zu Demaart
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