Der portugiesische Kulturminister João Soares ist zurückgetreten, nachdem er Journalisten auf Facebook mit Ohrfeigen bedroht hatte und deshalb heftig kritisiert worden war. «Ich habe Ministerpräsident António Costa mein Amt zur Verfügung gestellt», schrieb der Sohn des früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Mario Soares am Freitag in einer Mitteilung an die Nachrichten-Agentur Lusa. Der Sozialist Costa sagte vor Journalisten in Porto, er habe den Rücktritt angenommen und wolle in den nächsten Tagen den Namen des Nachfolgers bekanntgeben.
Soares hatte am Donnerstag seine Drohung gegen zwei Kolumnisten der renommierten Zeitung «Público» gepostet, die ihn kritisiert hatten. Er werde Augusto Seabra und Vasco Pulido Valente «zwecks gesunder Ohrfeigen» suchen, hatte der 66-jährige gelernte Anwalt geschrieben. Soares studierte unter anderem in Remscheid und ist Mitgründer des Buchverlages Perspectivas & Realidades.
Auch interne Kritik
Wegen seines umstrittenen Posts war Soares trotz Entschuldigung nicht nur von Medien und Oppositionspolitikern kritisiert worden. Ministerpräsident Costa hatte erklärt, alle Minister müssten aufpassen, was sie sagen. «Ich habe jetzt alle Kabinettsmitglieder daran erinnert, dass sie sogar am Frühstückstisch nicht vergessen dürfen, dass sie Angehörige der Regierung sind.»
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