Allein die Regierung in South Carolina ordnete die Evakuierung von mehr als einer Million Bürger an. Im US-Bundesstaat Florida wurde der Hurrikan am Donnerstagabend erwartet. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 220 Kilometern pro Stunde fegte der stärkste Wirbelsturm seit fast einem Jahrzehnt zunächst über Haiti und Kuba hinweg und erreichte dann die Bahamas.
Mehr als 130 Tote allein in Haiti
Mehr als 130 Menschen kamen allein in Haiti ums Leben, wo der Wirbelsturm auch besonders große Schäden hinterließ. Sintflutartige Regenfälle und Windböen zerstörten Gebäude, Straßen und Anbauflächen. Da viele der am stärksten betroffenen Gebiete nicht mehr erreichbar waren, ist das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abschätzbar.
In dem völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200.000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften. 300 US-Marinesoldaten machten sich auf den Weg, um vor Ort Hilfe zu leisten.
160 Kilometer ins Inland
Im US-Bundesstaat South Carolina rief Gouverneurin Nikki Haley die Bevölkerung dazu auf, sich von den Küsten mindestens 160 Kilometer weit ins Inland zu begeben. Die Behörden erwarteten, dass der Hurrikan auf seinem weiteren Weg in Richtung USA weiter an Kraft gewinnt und stuften «Matthew» um eine Stufe hoch in die vierte von insgesamt fünf möglichen Kategorien.
In Florida, Georgia sowie Nord- und Süd-Carolina verstopften die Flüchtenden die Straßen von den Küsten ins Inland. Insgesamt waren rund zwölf Millionen US-Bürger von der Sturmwarnung betroffen. «Jeder in unserem Bundesstaat muss sich jetzt auf einen direkten Einschlag gefasst machen», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott.
Wenn «Matthew» Florida voll treffe, könnten die Zerstörungen katastrophal sein. «Bereiten Sie sich vor», forderte Scott die Bevölkerung auf. Die vier Bundesstaaten, die «Matthew» voraussichtlich treffen wird, riefen den Notstand aus. Dies ermöglicht zum Beispiel den Einsatz der Nationalgarde.
Disney World geschlossen
Für Florida ordnete US-Präsident Barack Obama an, dass dort das Washingtoner Heimatschutzministerium die Organisation der Hilfseinsätze koordiniert. Auch er rief die Bürger auf, sich an sichere Orte zu begeben; überall wurden Schutzräume geöffnet. Schulen und Flughäfen in der Region wurden geschlossen, zudem wurden nach Berichten lokaler Medien einige Krankenhäuser evakuiert. Vergnügungsparks in Orlando wie Disney World, Universal Studios und SeaWorld stellten ihren Betrieb bis einschließlich Freitag ein.
Hunderte Flüge nach und aus Miami, Fort Lauderdale und Orlando wurden gestrichen. An etlichen Tankstellen ging das Benzin aus. Wer den Sturm zu Hause aussitzen wollte, versorgte sich mit Proviant und vernagelte seine Fenster. Eine Bewohnerin in West Palm Beach in Florida twitterte zum Beispiel: «Alles ist bereit, um nun in Deckung zu gehen. Möge Gott uns beistehen.»
Das nationale Hurrikan-Zentrum erklärte, es sei noch zu früh, um vorherzusagen, wo in den USA «Matthew» wohl den größten Schaden anrichten werde. Der Sturm ist der stärkste seit 2007, als «Felix» Zentralamerika getroffen hatte.
Zu Demaart






























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