Im Skandal um Zinsmanipulationen durch vier internationale Großbanken hat die EU-Kommission Geldstrafen von insgesamt 94 Millionen Euro verhängt. Davon entfallen allein rund 72 Millionen Euro auf die US-Bank JPMorgan, wie EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag in Brüssel mitteilte. Außerdem beteiligt waren die Royal Bank of Scotland (RBS) sowie die Schweizer Großbanken Crédit Suisse und UBS.
Im ersten Fall trafen JPMorgan und RBS zwischen März 2008 und Juli 2009 Absprachen zur Beeinflussung des Libor-Referenzzinssatzes in Schweizer Franken. Da RBS das Kartell meldete, entging die schottische Bank durch eine Kronzeugenregelung in diesem Fall einer Geldstrafe. Die Buße für JPMorgan wurde auf knapp 61,7 Millionen Euro reduziert, da das Unternehmen während der Untersuchung mit der EU-Kommission kooperierte.
Das zweite von der EU-Kommission bestrafte Kartell betrifft Manipulationen aus dem Jahr 2007. In dem Fall trafen JPMorgan, RBS, Crédit Suisse und UBS Absprachen. Dafür muss JPMorgan weitere 10,5 Millionen Euro zahlen. Die Bußen für UBS und Crédit Suisse betragen 12,6 Millionen beziehungsweise 9,2 Millionen Euro. Auch in diesem Fall kommt RBS ohne Strafzahlung davon, weil die Bank das Kartell meldete. Die EU-Kommission hatte bereits zuvor Strafen gegen Großbanken wegen der Manipulation internationaler Refenzzinssätze verhängt.
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