Der französische UMP-Politiker Laurent Wauquiez will am liebsten Luxemburg aus der EU schmeißen. Diese und weitere Aussagen sorgten vergangene Woche in Luxemburg quer durch die Parteienlandschaft für helle Aufregung. Protestnoten wurden formuliert, Twitter-Kurzmeldungen verschickt und kritische Statements geäußert.
Am Montagmorgen meldet sich EU-Innenmarktkommissar Michel Barnier bei seinem kurzen Arbeitsbesuch in Luxemburg zu Wort und weißt seinen Parteikollegen Laurent Wauquiez in die Schranken. «Auf diesem Niveau sollten wir nicht miteinander reden. Luxemburg ist eines der Grüdungsmitglieder der Europäischen Union. Es spielt darum eine wichtige Rolle in der EU,» unterstreicht Barnier am Montagmorgen nach einem Treffen mit Premierminister Xavier Bettel.
«Inakzeptabel»
In Richtung UMP und Parteikollege Wauquiez schiebt Barnier nach: «Ich schlage mehr Respekt und weniger Arroganz vor.» Xavier Bettel spricht über Barnier von einem «Partner» bei dem Thema. «Die Aussagen waren allerhand und sind für uns inakzeptabel,» so Bettel.
Laurent Wauquiez hatte vergangene Woche in einem Fernsehinterview seine Theorien über ein neues Kerneuropa präsentiert. Es sollte aus sechs Kernländern bestehen. Luxemburg war nicht dabei. «Es ist ein reines Steuerparadies ohne wirtschaftliche und industrielle Struktur. Luxemburg ist sehr artifiziell,» begründete er. Die Kritik aus Luxemburg ließ nicht lange auf sich warten.
Zu Demaart
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