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Mali verhängt Ausnahmezustand

Mali verhängt Ausnahmezustand
(Harouna Traore)

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Nach dem blutigen Geiseldrama in Malis Hauptstadt Bamako werden neue Details zu den Opfern und Attentätern bekannt. Frankreichs Regierung macht einen totgeglaubten Extremisten für die Tat verantwortlich.

Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali hat die Regierung des Landes den Ausnahmezustand verhängt. Er gilt von Freitag an zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet, wie die malische Präsidentschaft in der Nacht zum Samstag mitteilte. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden. Wie viele unschuldige Menschen und Attentäter bei der Geiselnahme in dem Hotel in der Hauptstadt Bamako getötet wurden, war auch am Morgen nach dem Attentat noch immer nicht ganz klar.

Ein Sprecher der UN-Mission in Mali hatte am Freitagabend von 21 Toten und drei Schwerverletzten gesprochen, wobei zunächst offen blieb, ob in dieser Zählung auch zwei zuvor bereits für tot erklärte Angreifer enthalten waren. Bei der systematischen Durchsuchung aller 190 Zimmer des bei Geschäftsleuten und Diplomaten beliebten Hotels Radisson Blu könne es womöglich noch «böse Überraschungen geben», sagte der Sprecher.

Grausamkeit

US-Präsident Barack Obama hat den Terroranschlag in Mali verurteilt und den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. «Die Grausamkeit festigt nur unsere Entschlossenheit, diese Herausforderung anzunehmen», sagte Obama am Samstag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean).

Laut dem Hotelbetreiber Rezidor befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 170 Menschen in dem Gebäude, das später von malischen Sicherheitskräften und ausländischen Spezialeinheiten gestürmt wurde. Im Zuge der mehrstündigen Geiselnahme seien alleine drei Chinesen ums Leben gekommen, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Botschaft der Volksrepublik in Mali. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums bestätigte zudem den Tod eines US-Bürgers. Eine belgische Regionalverwaltung erklärte, einer ihrer Beamten sei ebenfalls bei dem Angriff umgekommen.

Zu dem Anschlag bekannten sich Berichten zufolge zwei mit dem Terrornetz Al-Kaida verbundene Islamistengruppen. Frankreichs Regierung vermutet den Al-Kaida-Veteranen Mokhtar Belmokhtar hinter dem Terrorangriff, der bereits vor Monaten von der libyschen Regierung für tot erklärt worden war und als Anführer des Terrornetzwerks im nördlichen Afrika gilt.

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