Der Unkrautvertilger Glyphosat steht seit einiger Zeit in der Kritik. Einerseits wurde der Wirkstoff von der WHO als potentiell krebserregend eingestuft, andererseits fanden sich aktuell in einer Studie Rückstände in deutschen Biersorten. Weiterhin wurde nachgewiesen, dass ein toxischer Effekt auf die Honigbienen möglich ist. Trotzdem will die EU-Kommission nun über eine Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffes Glyphosat abstimmen.
Die Luxemburger Bienen sind laut Imkerverband einer Vielzahl von schädigenden Faktoren ausgesetzt: die gefürchtete Varroa-Milbe als Parasit, Pflanzenschutzmittel, und Verlust an Biodiversität. Nun erwägt die EU-Kommission eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvertilgers Glyphosat bis zum Jahr 2031.
«Ein Skandal»
Glyphosat steht seit einiger Zeit in der Kritik. Anfang 2015 bewertete die World Health Organisation (WHO) den Wirkstoff als potentiell krebserregend und rezent wurde bekanntgegeben, dass sich Rückstände von Glyphosat auch in bekannten deutschen Biermarken fanden. Ein Skandal findet Jean-Paul Beck, Präsident des Verbandes der Luxemburger Imker: „Unsere Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten leiden unter dem Verlust der Biodiversität, weil Glyphosat radikal alle Wildkräuter in der Landwirtschaft, in den Privatgärten und in den öffentlichen Grünanlagen unterdrückt. Dadurch wird die Tracht für die Bienen massiv eingeschränkt.”
Dabei betrifft der Einsatz von Glyphosat die Bienen auch direkt. In einer aktuellen Studie wurde festgestellt, dass der Wirkstoff das Erinnerungsvermögen und die Orientierung der Nektarsammlerinnen stören kann.
Etgen soll dagegen stimmen
Dazu Beck: „Nun will die EU-Kommission den Wirkstoff weitere 15 Jahre zulassen. Das konterkariert die Anstrengungen der EU durch Umweltauflagen die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Wir fordern den Herrn Landwirtschaftsminister Etgen auf, gegen die Zulassungsverlängerung von Glyphosat zu stimmen.“ Eine Entscheidung will die EU-Kommission am 7. März fällen.
Der Lëtzebuerger Landesverband fir Beienzuucht (FUAL) wurde 1886 gegründet und vertritt derzeit über 350 Imkerinnen und Imker die in 12 Kantonalvereinen im Land organisiert sind.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können