Georges Zenners gehörte damals zur Ermittlungsgruppe der Gendarmerie (GOR) zu der Anschlagsserie in den 1980’er. Er war an der Observation auf Ben Geiben beteiligt. Georges Zenners bestätigt vor Gericht, dass Jos Steil am ersten Tag der Observation Geibens die Observanten von Gendarmerie und Srel informierte. «Ihr könnt die Observation abbrechen, Geiben kommt heute nicht mehr.» Anschließend brach der damalige BMG-Chef Pierre Reuland die Operation ab. Reuland behauptet bis heute, nichts von der Observation zu wissen.
Einige Tage nach dem explodierten Sprengsatz vom 19. Oktober 1985 vor dem Justizpalast gab Disewiscourt, der Vorgesetzte von Zenners, den Befehl, die Ermittlungen gegen Ben Geiben zu stoppen. Auch Gendarmerie-Chef Aloyse Harpes gab intern den Befehl, die Ermittlungen gegen Geiben einzustellen.
Von Steil «geschockt»
Alle Ermittler sollen laut Zenners dem damaligen BMG-Mitglied Jos Steil nicht getraut haben. Er soll Kollegen persönlich «beschissen» haben. Damals wurde vermutet, dass Jos Steil hinter dem Anschlag während eines Gipfels am 2. November 1985 auf Kirchberg steckte. Der Täter soll aus «internen Kreisen» stammen. Beweise dafür hatten die Ermittler aber keine.
Zenners sagt aus, dass seiner Meinung nach Jos Steil Ben Geiben vor der Observation warnte. Im Bezug auf den Anschlag auf Kirchberg am 2. Dezember 1985 hatte Zenners das Gefühl, dass Jos Steil mit dem Sprengsatz beweisen wollte, wie schwach «wir» waren. Zenners ließ kein gutes Haar an Jos Steil. Im Zusammenhang mit der Joerhonnert-Affär habe Steil ihn geschockt, ohne Details zu nennen. Steil soll enge Kontakte zum Rotlichtmilieu gehabt haben. Georges Zenners kratzte dabei immer nur an der Oberfläche. Obwohl Richter und Staatsanwaltschaft borhten, gab der ehemalige Ermittler keine Details preis.
Kein Stay-Behind
Zenners vermutet auch, dass der Geheimdienst eigene Ermittlungen in der Bommeleeër-Affäre führte. Beweise dafür habe er keine. Er schließt auch aus, dass hinter den Anschlägen Stay-Behind stecke. «Es war eine Sache in der Gendarmerie. Die wollten uns zeigen, wie schwach wir waren,» so Zenners
Jetzt ist Prozesspause. In 14 Tagen gehts weiter. Am Montag, 4. November, tritt Ben Geiben mit seinem Lebensgtefährten in den Zeugenstand.
Zu Demaart
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