Am Donnerstag meldete Shell, dass es die Konzession seiner Tankstelle auf der Aire de Berchem verlängert hat. Und auch die Tankstelle auf der anderen Seite der Autobahn wird weiter von Aral betrieben. Im Mai 2014 schon wurde die Lage auf der Aire de Capellen, entlang der A6, geklärt. Dort erhielt BP auf der einen Seite (in Richtung Luxemburg) den Zuschlag. Auf der anderen Autobahnseite gab es einen Wechsel. Q8 ersetzt dort Texaco.
In Luxemburg gibt es etwa 240 Tankstellen. Aral ist die Gruppe, welche die meisten Tankstellen betreibt, vor Q8, Total, Shell und Esso. Sechs Tankstellen die entlang der Autobahn liegen sind laut René Winkin, dem Generalsekretär des «Groupement pétrolier» sogenannte Tansit-Tankstellen. Es handelt sich dabei um die Aire de Berchem, die Aire de Capellen und die Aire de Wasserbillig. Entlang der A4 /Escher Autobahn) gibt es zwei weitere Tankstellen (Texaco und Shell), die aber nicht zu den «Transit-Tankstellen» gezählt werden. Der Gesamtwert der Tankstellen (ohne das Gelände, wo sie drauf stehen) wird von René Winkin mit etwa 500 Millionen angegeben.
Beeindruckender Absatz
Berchem ist laut Shell die größte Autobahntankstelle der Welt. «Das kann sein», erklärt René Winkin. Er betont aber, dass es keine offizielle Hit-Liste der größten Tankstellen gibt. Alles hänge von den Kriterien ab, die berücksichtig werden (Besucherzahlen, Einnahmen, Größe der Tankstelle, Volumen des verkauften Treibstoffes …) Es gebe jedoch keine offiziellen Zahlen über den Absatz der verschiedenen Tankstellen. Die Konkurrenz sei groß. Die Erdöl-Firmen wollen sich nicht in die Karten schauen lassen, so der Generalsekretär des «Groupement pétrolier». Es sei aber schon beeindruckend, welche Menge an Treibstoff täglich an einigen Tankstellen verkauft wird. Der Durchschnitt der Zapfsäulen in Luxemburg liege bei drei bis fünf Millionen Liter im Jahr. Alles hänge aber von der Lage, der Größe und den weiteren Dienstleistungen der Tankstelle ab.
Die Zahl der Tankstellen in Luxemburg ist seit Jahren stabil. Einige Zapfsäulen seien aus den Ortschaften verschwunden, so Winkin zu Tageblatt.lu. Sie seien aber durch andere ersetzt worden. Andere Tankstellen wurden einfach vergrößert. An «profitablen» Stellen, z.B. in der Nähe von Industriezonen, könne es durchaus sein, dass neue Zapfsäulen entstehen, so Winkin. Entlang der A7 (Nordstraße) gebe es aber keinen Platz, wo eine Tankstelle eröffnet werden könne. Anders sieht die Situation entlang der Saarautobahn aus. Dort gebe es genug Platz, er habe aber bisher von keinem Tankstellen-Projekt entlang der A13 gehört. Winkin betont in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Straßenbauverwaltung beschließen kann, eine Tankstellenzufahrt entlang einer Straße oder einer Autobahn zu schaffen und dann durch eine öffentliche Ausschreibung ein Betreiber für die Zapfsäulen gesucht werden kann.
Verkaufsrückgänge bei Benzin und Diesel
Luxemburg will laut der Regierung progressiv aus dem Tanktourismus aussteigen. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland. Seit ein paar Jahren sinkt das Volumen des hierzulande verkauften Treibstoffs. Zwischen Juli 2014 und Ende Juni 2015 wurden in Luxemburg 402 Millionen Liter Benzin verkauft. Beim Diesel belaufen sich die Verkaufszahlen auf 2,017 Milliarden Liter. Das waren beim Benzin 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim Diesel beträgt der Rückgang 5,5 Prozent. In den ersten sechs Montaten dieses Jahres setzte sich dieser Rückgang fort. Der Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 betrug 7,2 Prozent beim Benzin und 6,6 Prozent beim Diesel. Der Treibstoff-Markt bleibt hierzulande aber weiterhin eine wichtige Einnahmequelle für Steuern. Die Akzisen, die Meherwertsteuer und die Konzessionen spülen jährlich etwa 1,05 Milliarden Euro in die Staatskassen.
In Luxemburg arbeiten etwa 2.500 Personen in der Erdöl-Branche. Davon sind ungefähr 2.200 in den Tankstellen beschäftigt.
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