Im Sommer 2014 kam es in Petingen, rue du Chemin de fer, gleich zweimal zu einem Brand in einem Wohnhaus. Zum einen brannte ein Rollladen in der Nacht zum 2. August und zum anderen standen in der Nacht zum 12. August gleich zwei Fahrzeuge in der zweiten Ebene der Tiefgarage in Flammen. Der Einwohner des Hauses „T“ soll im Drogengeschäft aktiv gewesen sein. Angeblich soll er den drei jetzigen Angeklagten 700 Euro schulden. Für die Brände müssen sich nun Marcel P. (27 Jahre), seine Partnerin Rafa B. (20 Jahre) und Jonathan M. (30 Jahre) verantworten.
Sowohl Marcel P. als auch Rafa B. behaupten, dass die nie am Tatort waren und nichts mit den Bränden zu tun haben. Jonathan M. ist aber geständig. Laut einem Gutachter, hätte der Brand am Rollladen auf das gesamte Wohnhaus übergreifen können. Weil dieser Brand mitten in der Nacht war, hätten zahlreiche Einwohner verletzt werden können. In der Tiefgarage war eine Überwachungskamera installiert, die den Brand der Wagen filmte. Der Beschuldigte Jonathan M. ist ebenfalls eindeutig auf dem Video zu erkennen.
Albtraum
Die Mutter von „T“ schilderte am Donnerstag im Zeugenstand, dass sie nichts von dem Drogengeschäft ihres Sohnes wusste. Sie hätte es aber geahnt. „Bis heute ist es für mich und meine Familie ein Albtraum. Wir leben mit der ständigen Angst. In der Nacht trau ich mich nicht mehr in die Tiefgarage“, erklärte sie. Auch bestätigte die Frau, dass einige Zeit vor den Bränden sowohl Marcel P. als auch Rafa B. im Wohnhaus Dreck hinterlassen haben. „Tagsüber haben sie sich Zugang zum Wohnhaus geschaffen und die Eingangstüren so blockiert, dass sie in der Nacht ohne Schlüssel eindringen konnten.
Sie haben ebenfalls Schriftzüge an die Kellertür geschrieben und in unserem Briefkasten hatten wir ein Stück Plastiktüte in Form eine Schlinge vorgefunden. Dies war für mich ein eindeutiges Zeichen, dass die Personen es auf uns abgesehen hatten“, so die Zeugin. Die Frau erklärte auch, dass andere Einwohner bedroht wurden. „In unserem Wohnhaus gab es nie Probleme bis zum Juli 2014. Auch Kinder haben mir berichtet, dass im Park eine Person eine Waffe vorgezeigt hätte. Dieselbe Person hätte den Kindern ebenfalls erzählt, sie hätte in Frankreich bereits Leute getötet“, so die Frau.
Leute umgebracht
Marcel P. habe laut Zeugin ihrem Sohn „T“ gegenüber auch angegeben, er habe in Frankreich Leute umgebracht, deswegen soll er vorsichtig sein. „T“ hatte Ende Juli 2014 rund 70 Gramm Cannabis bei Marcel P. gekauft. Weil er zu dem Zeitpunkt aber kein Geld hatte, war Marcel P. bereit, ihm die Ware zu geben. „T“ sollte aber zu einem späteren Zeitpunkt die 700 Euro zahlen. „Die Ware zu zahlen hatte ich aber nie vor“, betonte „T“ vor den Richtern.
Der Eigentümer der Wohnung, bei dem der Rollladen brannte, hob am Donnerstag hervor, dass er in der Nacht zum 2. August 2014 Glück hatte. „Ich spielte mit einem Bekannten Videospiele bis spät in die Nacht und gegen 4.00 Uhr hörte ich ein lautes Zischen. Kurz danach sah ich den Rollladen, der in Flammen stand. Sofort versuchte ich das Feuer zu löschen, was mir auch gelang“, erklärte der Mann. Die Vorsitzende der Kriminalkammer bemerkte, dass dieser Zeuge eine Katastrophe verhindert hätte.
Ein weiterer Zeuge erklärte, dass er Jafa B. aus Petingen von der Skaterpiste kennen würde. Marcel P. aber hätte er nur einmal begegnet. „Marcel P. wurde mir gegenüber sehr aggressiv und schrie mich an“, so der Mann. Aus den Ermittlungen kam deutlich heraus, dass Marcel P. eine aggressive Persönlichkeit sei.
Voraussichtlich wird der Prozess am Freitag abgeschlossen.
Zu Demaart
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