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„Wir lassen die Bürger nicht allein“

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Dieses Jahr wurden bis jetzt 3.869 Einbrüche und einbruchsversuche verzeichnet. Das sind rund 400 Einbrüche mehr als 2013. Wie kann man sein Haus schützen?

In Anbetracht der Einbruchswelle hat die Polizei am Montag zu einem Informationsabend rund ums Thema „Einbruch“ ins „Centre Prince Henri“ in Walferdingen eingeladen.

Bis zum 7. Dezember dieses Jahres wurden 3.869 Einbrüche und Einbruchsversuche gezählt. In fast 60 Prozent der gemeldeten Fälle kam es tatsächlich zum Einbruch. In den restlichen 40 Prozent ist es beim Einbruchsversuch geblieben. „In 1.522 Fällen erfolgten die Einbrüche oder Einbruchsversuche bei Häusern und in 812 Fällen in Wohnungen“, so René Lindenlaub von der Polizei. Bei den restlichen Fällen habe es sich um Hotels, Restaurants, Geschäfte oder Schulen und andere Einrichtungen gehandelt.

Größtenteils verschont

Im Alzettetal werden im Vergleich zu anderen Regionen noch relativ wenig Einbrüche oder Versuche registriert. Sie sind mancherorts gar leicht rückläufig. Vergangenes Jahr lagen diese Zahlen beispielsweise noch bei 39 in Steinsel und 52 in Walferdingen. In Steinsel wurden 2014 nur noch 37 und in Walferdingen 46 Einbrüche verzeichnet.

Mit verstärkter Präsenz will die Polizei der Langfinger Herr werden. Glaubt man Lindenlaub, so scheinen die Bemühungen der Polizei auch schon erste Früchte zu tragen: „Seit dem 1. Oktober dieses Jahres konnten bereits 26 Personen festgenommen werden. Insgesamt gab es dieses Jahr 93 Festnahmen, Tendenz steigend.“ Hervorgehoben wurde am Montag ebenfalls, dass die Kriminalität insgesamt nicht gestiegen sei. Bei den Einbrüchen sieht das leider anders aus. Deswegen ist es wichtig, dass die Bürger wissen, dass sie nicht alleine sind. Um Einbrüche zu verhindern, versuche man laut René Lindenlaub so viel Patrouille wie möglich durch die Wohngebiete zu fahren.

Großes Interesse

Das Interesse an der Thematik war denn auch der steigenden Einbruchszahl entsprechend groß: Nicht weniger als 100 Personen hatten sich am Montag im Kulturzentrum Prince Henri eingefunden, um sich die Ratschläge der Polizei anzuhören. Nach den Tipps von Guy Holcher hatten die Bürger die Möglichkeit, den Experten Fragen zu stellen. So z.B.: Ist es möglich, mit einem speziellen Sender die Frequenz der Fernbedienung der Garagentür zu kopieren? Theoretisch ja, allerdings wurde bisher hierzulande noch kein vergleichbarer Fall gemeldet. „Das Einzige, was man bisher feststellen konnte, war die Manipulation von Code-Tastaturen, die außerhalb des Hauses angebracht waren“, so Guy Holcher von der Polizei. Manche Bürger fragten sich, inwiefern Alarmanlagen noch sicher seien, wenn sie bereits einige Jahre alt sind. Hier rät der Experte zu einer regelmäßigen Überprüfung der Anlage. Gegebenenfalls müsse sie modernisiert werden.

Einige Bürger hegten die Befürchtung, der Effekt einer Sirene sei gleich null. Wer würde schon noch wegen einer heulenden Sirene die Polizei rufen? „Das wissen die Einbrecher nicht“, so die Antwort des Experten. „Der Täter weiß nicht, ob eventuell bereits eine Polizeipatrouille unterwegs ist oder gar eine Sicherheitsfirma das Haus überwacht. In den meisten Fällen ergreifen die Einbrecher die Flucht, wenn sie eine Sirene hören“, erklärte Holcher weiter.