Das Grundwasser könne weiterhin ohne gesundheitliche Bedenken getrunken werden, auch wenn die Qualität des Wassers doch eher schlecht sei, stellte Umweltministerin Carole Dieschbourg am Donnerstag klar.
Nach dem Unfall, bei dem ein Bauer aus Luxemburg große Mengen des Raps-Herbizids Metazachlor in Belgien verloren hatte, wurden in einem anschließenden Schnellverfahren der Stausee sowie die Fließgewässer auf 16 verschiedene Substanzen getestet. Bei 75 Prozent der insgesamt 105 Grundwasserproben wurde mindestens eine dieser 16 Substanzen nachgewiesen.
Sechs Millionen Euro pro Jahr
45.000 m3 pro Tag sind durch die Metazachlor-ESA-Konzentrationen betroffen. Die Aufbereitung des verseuchten Wassers würde bei diesem Volumen sechs Millionen Euro pro Jahr kosten, erklärte die Umweltministerin.
Am Mittwoch wurde ein Verbot des Pestizids Metolachlor, das vor allem beim Maisanbau benutzt wird, vom Ministerrat gestimmt.
Einschränkungen für Metazachlor
Für den Gebrauch von Metazachlor wird es in Luxemburg Einschränkungen geben. „Alle vier Jahre darf der Bauer 0,75 kg pro Hektar sprühen und nicht wie vom Hersteller empfohlen einen Kilo pro Hektar alle drei Jahre“, so Dieschbourg. Die Verseuchung des Trinkwassers durch Pestizide soll aufgrund der ausstehenden Maßnahmen bis zum 22. Dezember um ein Vielfaches verringert werden. Diese Herbizide dürfen nicht mehr in bestehenden sowie zukünftigen Wasserschutzzonen gespritzt werden. Der höchste gemessene Wert von Metazachlor wurde in der Direndall-Quelle mit 2.900 ng/l verzeichnet. Diese Quelle gehört allerdings nicht zum Grundwassernetzwerk.
„Für das verbotene Metolachlor gibt es Alternativen. Beim Raps-Herbizid Metazachlor gibt es diese jedoch noch nicht. Deshalb haben wir uns zu den Einschränkungen entschlossen“, erklärte Landwirtschaftsminister Fernand Etgen. Die Reglementierungen müssten sich der Fruchtfolge auf den Feldern anpassen.
Die Pestizide kommen aus Belgien
Zwei Drittel der Pestizide gelangen aus Belgien in den Stausee. Hier gelten diese Verbote und Einschränkung allerdings nicht. Die Zusammenarbeit mit den Behörden aus Belgien läuft jedoch vorbildlich.
Der Landwirtschaftsminister will nicht, dass die Bauern aufgrund dieser Ergebnisse an den Pranger gestellt werden. Er stellte denn auch sofort klar, dass die Bauern sich an die Gesetze gehalten hätten. Sie seien auf das Trinkwasser angewiesen und deshalb seien sie auch an der Qualität des Wassers interessiert.
Das Landwirtschaftsministerium und das Umweltministerium arbeiten in dieser Frage weiterhin eng zusammen.
Zu Demaart
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