Deshalb wollte der Abgeordnete Marcel Oberweis eine parlamentarischen Frage, die er an Beschäftigungsminister Nicolas Schmit und Bildungsministerin Mady Delvaux richtete, Details bezüglich der verschiedenen Maßnahmen, die die Luxemburger Regierung ergriffen hat, um das Problem der Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Eine Möglichkeit, seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und eine feste Anstellung zu erhalten, ist die Berufslehre. Die Mehrheit der Personen, die sich für eine Lehrstelle entscheiden, sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Lehrlinge angestiegen. Im Jahr 2009 zählte man 1.836 Lehrlinge, 2010 waren es 1.883, 2011 waren es sogar 2.036 und im vergangenen Schuljahr sank die Zahl der Lehrlinge leicht auf 1.952. Die Mehrheit dieser Personen absolvierten eine Erstausbildung („formation initiale“) (1.391 im Jahr 2009 und 1.555 im Jahr 2012), zwischen 400 und 450 Lehrlinge befanden sich jedes Jahr im „Apprentissage pour adultes“.
Lehrstellen und Arbeitsverträge
Solche Lehrlingsstellen wurden in den vergangenen vier Jahren in der Lebensmittelindustrie, im Handel, im Horeca-Sektor, im Gesundheitswesen, im Bausektor sowie in den Bereichen Mode, Hygiene, Mechanik, Industrie, Natur/Umwelt, Kommunikation und Multimedia angeboten.
Was die spezifischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit betrifft, werden die verschiedenen bestehenden Arbeitsverträge für junge Leute genannt. Bislang wurden 424 „Contrats appui-emploi“ (CAE) abgeschlossen. 50 Prozent der CAE haben die Betroffenen nachher nicht weitergebracht. 21 Prozent dieser Verträge haben den jungen Leuten zu einem Arbeitsplatz oder einer weiteren Maßnahme verholfen. Acht Prozent dieser jungen Menschen gingen zurück zur Schule. Bei den 964 abgeschlossenen „Contrats d’initiation à l’emploi“ (CIE) haben 50% der jungen Leute einen Arbeitsplatz oder eine weitere Maßnahme gefunden, 3% haben ihre Studien wieder aufgenommen und bei 18% konnte kein Resultat verbucht werden.
Im Vergleich schneiden die „Contrats d’initiation à l’emploi expérience pratique“ (CIE-EP) am besten ab. Von 130 abgeschlossenen Verträgen haben 65% den jungen Leuten zu einem Job verholfen, 13 Prozent blieben erfolglos.
Europäische Jugendgarantie
Im Rahmen der europäischen Jugendgarantie wurde in Luxemburg ein neues Projekt zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eingeführt. Zielsetzung der EU-Jugendgarantie ist es, dass EU-Bürger unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Abschluss einer formellen Ausbildung oder bei Arbeitslosigkeit ein Angebot für eine neue Stelle, eine Weiterbildung oder einen Ausbildungsplatz erhalten. Das Luxemburger Projekt, das am 5. Juni dieses Jahres präsentiert wurde, aber schon im Jahr 2012 als Pilotprojekt gestartet wurde, richtet sich an 18- bis 24-Jährige mit niedriger Qualifikation, die weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind.
Seit dem 1. Januar 2013 hat es zwei Projekte „jeunes chômeurs“ gegeben. Ein drittes hat gerade erst begonnen. Dabei wurden insgesamt 289 junge Leute eingeladen, sich zu beteiligen. 100 von ihnen haben eine Ausbildung begonnen, 88 befinden sich in einer sogenannten EIP („Expérience d’initiation professionnelle“) und neun sind in einer „Classe de mise à niveau“. Diese Aufholklassen werden benötigt, um Schulabbrechern eine Perspektive bieten zu können. Immerhin brechen jedes Jahr in Luxemburg rund 300 Jugendliche die Schule vorzeitig ab.
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