Bei Weitem nicht jeder ist begeistert von Raketen, Knallfröschen und Co. Besonders Tiere leiden häufig unter den lauten Geräuschen. Immer mehr Menschen sprechen sich deshalb gegen das laute Geballer aus. Als Haustierbesitzer sollte man Hund oder Katze am besten nicht alleine lassen. Auch könne man die Rollläden schließen und den Fernseher etwas lauter stellen, erklären Tierärzte, denn das schaffe zumindest eine vertraute Geräuschkulisse.
Doch nicht nur Haustierbesitzer ärgern sich über Raketen und Böller. Reine Geldverschwendung und obendrein eine riesige Sauerei, argumentieren die Gegener. Denn viele Leute beschweren sich über den Müll – leere Papierfetzen, Plastikverpackungen und verkohlte Explosionsreste – oder über die Schäden an Autos.
Sicherheit geht vor
In Deutschland wurden nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie 2014 rund 124 Millionen Umsatz mit Böllern generiert. Auch in Luxemburg wird es wieder ordentlich krachen.
Worauf sollte man jedoch aufpassen? Die zugelassenen Feuerwerkskörper tragen eine Prüfnummer die mit „BAM“ beginnt. Böller, die nicht gekennzeichnet sind, sollte man nicht verwenden. Nur Feuerwerkskörper der Klassen I und II dürfen zu Freizeitzwecken verkauft werden. Produkte der Klassen I haben keine Explosionskraft, so erklärt Jo André, Experte für Feuerwerk, im Video der Police Grand-Ducale. Diese Pyro-Artikel eignen sich für jüngere Kinder, dennoch sollten auch diese nur in Begleitung Erwachsener verwendet werden, so der Experte.
Für pyrotechnische Artikel der Klassen III, IV und T2 brauche man sowieso eine spezielle Ausbildung. Auch der Verkauf von Feuerwerkskörpern aller Art an Minderjährige unter 16 Jahren ist, laut Polizei, verboten.
Niemals sollte man versuchen einen nicht-explodierten Böller nochmals anzuzünden, warnt die Polizei. Jedes Jahr erleiden Menschen durch missglückte Explosionen schwere Verletzungen. Immer wieder gab es Berichte über illegale Superböller, die wegen ihrer enormen Sprengkraft – manchmal mit der Stärke von Handgranaten – zu tödlichen Unfällen führten. Hier gilt es wortwörtlich Finger weg!
Verbote in verschiedenen Gemeinden
Einige Luxemburger Gemeinden haben dieses Jahr zudem besondere Reglen aufgesetzt. So heißt es etwa auf Bettendorf.lu in einem „Avis articles pyrotechniques“ wortwörtlich „Il est défendu de faire brûler des articles pyrotechniques ou de tirer des pétards à l’intérieur des localités. Le repos nocturne des habitants doit être respecté. En cas d’infraction à ces dispositions, procés-verbal pourra être dressé et la mise en surté des produits en question pourra être ordonnée par le Procureur d’Etat.» – sprich, das Abfeuern von Pyrotechnik ist innerhalb der Gemeinde regelrecht verboten. Ein ähnliches Schreiben hat die Gemeinde Fischbach kürzlich veröffentlicht. Ein Totalverbot wurde ebenfalls von der Gemeinde Kayl ausgesprochen.
Die Gemeinde Rosport ist nicht ganz so streng, wie aus einer Mitteilung auf der Internetseite hervorgeht: «Der Gebrauch von Feuerwerkskörpern in den Ortschaften der Gemeinde Rosport ist, laut Gemeindereglement vom 13.12.2013, verboten, ausser an Sylvester in der Zeit zwischen 23.45 Uhr und 00.30 Uhr. Wir bitten Sie höflichst Rücksicht auf Leute mit Kleinkindern und Tieren zu nehmen. Es wird empfohlen, gebührenden Abstand von den Häusern, Tankstellen und Bauernhöfen zu halten. Vielen Dank für ihr Verständnis.»
Vergleichbar ist die Reglementierung in der Gemeinde Grevenmacher: » […] Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, dass laut Gemeindereglement das Abschießen von Feuerwerkskörpern und anderen Lärm erzeugenden Gegenständen in der Zeit zwischen 19:00 und 08:00 Uhr nicht erlaubt ist. Eine Ausnahmeregelung erteilt der Schöffenrat jedoch für die Silvesternacht, d.h. vom 31.12.2015, 23:55 Uhr bis zum 01.01.2016, 00:30 Uhr. Zu dieser Zeit ist das Abschießen von Feuerwerkskörpern nur in einem angemessenen Abstand zu Wohnhäusern und Bebauung erlaubt. Durch diese Maßnahme sollen mögliche Unfälle vermieden werden.»
Dies sind nur einige Beispiele – sehen Sie vorsichtshalber auf der Webseite Ihrer Gemeinde nach, ehe Sie am Silvesterabend loslegen.
Zu Demaart
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