Von einer besseren Berufsberatung, der Einführung diskriminierungsfreier Vergütungsmodelle für Frauen und besseren Weiterbildungsmöglichkeiten über neue Modelle der Arbeitszeitgestaltung, die es Frauen erlauben, ihre Karriere fortzusetzen, wenn sie Mutter werden, bis hin zu einem besseren Angebot bei der Kinder- und Altenbetreuung, um nur diese Beispiele zu nennen: Die Probleme im Arbeitsalltag der Frauen bleiben hartnäckig.
Dies unterstrich der Bericht von Sekretärin Danièle Nieles. Dabei konnte dennoch bereits einiges erreicht werden. Was sich nicht zuletzt bei den Sozialwahlen im letzten Jahr zeigte. Immerhin stellten Frauen 30 Prozent der 5.051 OGBL-Kandidaten.
Unter den Gewählten waren 28 Prozent Frauen. Bei der Wahl der Arbeitnehmerkammer ein ähnliches Bild, mit 25 Prozent OGBL-Frauen unter den Kandidaten und 34% bei den gewählten Vertretern. Nach einer Gedenkminute für die Verstorbenen, unter denen sie die im letzten Jahr verstorbene Gilberte Kennerknecht hervorhob, Gründungsmitglied der Frauenabteilung im Jahre 1981 und engagierte Wegbegleiterin vieler Anwesenden, rief Präsidentin Vera Spautz dazu auf, die Arbeit an den Vorschlägen der Frauenabteilung für den Nationalkongress des OGBL im Dezember voranzubringen.
Vera Spautz tritt zurück
Vera Spautz, seit 1996 Präsidentin der Frauenabteilung, kündigte an, auf eine Weiterführung ihres Mandates zu verzichten. Wegen ihres neuen Amts seit Dezember 2013 als Bürgermeisterin der Stadt Esch, in der sie die vierzehn Jahre zuvor Schöffin gewesen war, könne sie ihr Mandat nicht mehr so ausüben wie sie das wolle, so die engagierte Gewerkschaftlerin, die im Exekutivvorstand verbleiben wird.
OGBL-Generalsekretär André Roeltgen, der ab Dezember als designierter Nachfolger von Präsident Jean-Claude Reding die Geschicke der Gewerkschaft leiten wird, zeigte in seinem Vortrag, dass die derzeitige internationale und nationale Politik dabei sei, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Diese Entwicklung habe zwar mit der Krise im Jahr 2009 einen neuen Höhepunkt erlebt, sei jedoch bereits im Jahr 2000 mit der Lissabon-Strategie in die Wege geleitet worden.
Politik des sozialen Abbaus
Deregulierung, Privatisierung, Lohn- und Sozialdumping sowie Marktliberalisierung hätten eine Politik des sozialen Abbaus eingeläutet. Jetzt, nachdem die Banken mit öffentlichen Geldern vor einem Kollaps gerettet worden seien, werde der Druck, auch z.B. der EU, auf die öffentlichen Haushalte fortgesetzt. Mit zum Teil dramatischen Folgen und 25 Millionen Arbeitslosen. Statt eine Wende in der Politik herbeizuführen und mehr zu investieren, werde eine „Sparpolitik“ fortgesetzt, die vorrangig im Sozialbereich Einsparmöglichkeiten suche.
André Roeltgen rief die Luxemburger Regierung dazu auf, diese Politik nicht mitzumachen. Bereits jetzt sei die Kaufkraft der Luxemburger und der Grenzgänger durch zahlreiche kleinere Maßnahmen erheblich geschwächt worden. Mit Bezug auf den Frauentag führte er an, dass Frauenprobleme in allen OGBL-Abteilungen auftauchten und es daher sinnvoll sei, über eine Struktur nachzudenken, die die Interessen der Frauen in den jeweiligen Abteilungen übergreifend besser vertreten und transparenter gestalten könnte.
Zu Demaart
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