Interview: Guy Kemp
Tageblatt: Worauf führen sie die große Begeisterung bei den Besuchern und den Luxemburgern für den Pavillon zurück?
François Valentiny: Es ist einfach eine Selbsterkennung. Das heißt wenn man als Luxemburger nach China kommt, hat man hier das Gefühl dass man nach Hause kommt. Und wenn ich mir die Reaktionen der Luxemburger, aber auch der Chinesen anhöre, habe ich das Gefühl, dass beide hier wie in ihrem zuhause ankommen.
T.: Was löst der Gedanke denn bei Ihnen aus, dass der Pavillon eventuell abgerissen und nirgendwo mehr aufgebaut wird?
F.V.: Es ist in der Gesetzmäßigkeit der Expo, dass der Pavillon abgerissen werden soll. Mir war das von Beginn an bewusst, das ist kein Thema. Es jedoch jetzt eine komplett andere Entwicklung stattgefunden. Dieser Bau ist etwas geworden – ohne dass ich hier den Eindruck von Großspurigkeit hinterlassen will – was es in Luxemburg bisher noch nie gab. Das Team das dies gemacht hat, hat glaube ich den Nerv einer Zeit getroffen. Jetzt ist es an der Politik zu entscheiden ob sie auch diese Sensibilität hat dies zu erkennen oder nicht. Ich erkläre mich.
Ich bin der Ansicht, dass wir ein Branding hier geschaffen haben, ein Branding, das relativ wenig Geld gekostet hat. So gesehen würde ich es furchtbar finden wenn die Investition, das Branding das hier entstanden ist, verschrottet wird oder in irgendeiner chinesischen Provinz verschwinden würde.
T.: Was schwebt Ihnen vor?
F.V.: Mir hat nichts vorzuschweben. Ich bin der Auftragnehmer eines Bauherrn und dem Bauherr, das ist die GIE dem auch die Regierung angehört, gehört der Pavillon und die entscheiden was mit dem Pavillon zu geschehen hat. Aber dieses hier hat eine andere Dimension erlangt.
Das heißt hier wäre ja an sich eine übergeordnete Vision oder Verantwortung gefordert, um hier etwas zu tun. Es ist keine Frage des Geldes, das wäre ja populistisch wenn man das als Politiker so verkaufen würde.
Ich habe Preisevorschläge erhalten die besagen, dass man es für 2,5 Millionen in Luxemburg so errichten kann wie es hier steht, ohne Transport.
T.: Und die klimatischen Bedingungen?
F.V.: Die sind die gleichen hier wie in Luxemburg. Es ist höchstens hier noch wärmer im Sommer. Ich verstehe wenn von der Politik behauptet wird es sei zu teuer, doch das hat nichts damit zu tun. Wir geben in Luxemburg soviel Geld für Unsinn aus; das kann nicht die Diskussion sein. Doch ich tue das wozu der GIE mich beauftragt. Da ist die Verschrottung mit einbegriffen. Wird ein Investor gefunden ist auch die Möglichkeit gegeben es woanders wieder zu errichten.
T.: Wie finden sie die „Ergänzung“ mit der Gëlle Fra?
F.V.: Das ist perfekt.
T.: Noch eine Frage zum Inneren des Pavillons, für das Sie zwar nicht zuständig waren. Finden Sie es nicht etwas schade, dass …
F.V.: Kein Kommentar
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