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Tod im Munitionslager

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Am 5. November 2012 kam es im Munitionslager auf Waldhof zu einem tragischen Zwischenfall. Ein Soldat wurde hier von einem Schnellfeuergewehr tödlich verletzt. Am Montag muss sich ein Mann für diese Tat vor Gericht verantworten.

Vor der Strafkammer wird am Montag der Prozess rund um den Tod eines 22-jährigen Soldaten am 5. November 2012 verhandelt. Vorsitzender der Strafkammer ist Prosper Klein. Der Prozess ist insgesamt auf vier Verhandlungstage angesetzt.

Was war passiert?

Ein Armeeangehöriger war bei einem Wacheinsatz tödlich verletzt worden. Unbestätigten Angaben aus Armeekreisen zufolge gehörte der Soldat nicht zum eigentlichen «Guard Pool» (Palais/Munitionslager-Wache). Es soll sich um seinen ersten Wachauftrag auf Waldhof gehandelt haben. Der Schuss löste sich im Wachhäuschen an der Einfahrt zum Munitionslager.

Bei dem 22-jährigen Mann soll es sich um einen erfahrenen Soldaten gehandelt haben. Er hatte bereits einen Auslandseinsatz hinter sich. Auch aus Armeekreisen waren gestern keine weiteren Details in Erfahrung zu bringen.

Im Munitionsdepot von Waldhof werden jene Waffen gelagert, die die Armee «tagtäglich» braucht. Darunter befindet sich auch Munition, die zur Sprengung von Bomben eingesetzt wird.

Kurz nach der Tat wurden zwei Personen aus der Armee festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, absichtlich auf ihren Kollegen geschossen zu haben. Fünf Tage danach kam die Meldung von der Staatsanwaltschaft, dass einer von beiden wieder freigekommen sei. Damals wurde mehrmals betont, dass die Umstände, wie es zu der Tat kam, sehr unklar seien. Der Soldat kam durch einen Schuss aus seinem eigenen Gewehr, einem Schnellfeuergewehr der Marke Steyr Aug, ums Leben.

Tragisch

Den Todesfall empfanden damals viele junge Soldaten auf dem Herrenberg als besonders tragisch. Offenbar starb der 22-jährige Soldat durch Fehler und Missachtung der Wachvorschriften. «Weil sich ein Schuss aus seiner Waffe gelöst hatte, die eigentlich nicht hätte geladen sein dürfen», monierten Ex-Kameraden im Frühling dieses Jahres.

Laut Wachvorschrift bei der Armee zeigt der Lauf einer jeden Waffe «immer nach unten». Kommt man von einer Patrouille zurück, wird die Waffe in einer mit Sand gefüllten «Sicherungs-Tonne» entladen. In der weiterführenden Grundausbildung lernt jeder Soldat die einzelnen Schritte sehr genau. Es gab allerdings zahlreiche Spekulationen, dass sich die Kugel beim «Waffenspielen» mit Kameraden gelöst habe.

Viele Soldaten kritisierten im März die mangelnde Informationspflicht durch ihre Vorgesetzten. Sie kritisieren auch den laschen Umgang der Vorschriften bei der Wache, nicht nur im Munitionsdepot Waldhof. «Es gibt hier Regeln, aber die wenigsten Unteroffiziere und Offiziere halten sich daran. Unsere Waffen in Waldhof stehen einfach in einem Holzregal. Die Tür zu dem Raum ist teilweise offen und unbeaufsichtigt», so ein Soldat im März gegenüber Tageblatt.lu.