Rauchen tötet: dies dürfte mittlerweile wohl fast jedem bekannt sein. Was die wenigsten allerdings wissen ist dass, laut HvL, in Luxemburg um die 600 Unternehmen direkt oder indirekt mit der Tabakindustrie verbunden sind. EU-weit beschäftigt HvL eigenen Angaben zufolge 1.900 Angestellte. Die Direktive, die am nächsten Dienstag verabschiedet werden soll, beeinträchtige die Produktion und die Verkaufmöglichkeiten, hieß es gestern auf einer Pressekonferenz.
Da es schon seit geraumer Zeit verboten sei, Werbung für Tabakprodukte zu machen, sei die Verpackung die einzige Möglichkeit, das Produkt von anderen zu differenzieren. Und auch diese Möglichkeit soll den Produzenten nun genommen werden. Fortan soll eine Fläche von 75 Prozent der Verpackung Warnhinweisen – Schockbilder und schriftliche Warnungen – vorbehalten sein. Das führe dazu, dass die Packungen in Zukunft nur durch den Namen zu unterscheiden seien. HvL befürchtet dadurch einen Verlust an Marktanteilen, denn eine solche Maßnahme treffe vor allem die kleinen und mittleren Produzenten, derweil die Branchenriesen davon profitieren würden, sagte François Elvinger, Verkaufsdirektor von HvL.
„Maryland“-Packungen
Des Weiteren dürfe die Steuerbanderole nicht über den Warnhinweis geklebt sein. Vor allem diese Regelung stelle den Produzenten vor ein Problem, hauptsächlich bei den „Maryland“-Packungen. Die Regelung sei auf die Packung der bekanntesten US-Zigarettenmarke zugeschnitten. Das Ziel der EU sei eine Einheitsverpackung.
Man könne sich jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, was die Verpackung mit dem Schutz der Gesundheit zu tun habe, meint Elvinger. Davon profitieren würde vor allem der Schwarzmarkt mit Billigimporten aus China.
Produktionsrückgang
Doch damit nicht genug. Die EU-Direktive sieht auch ein Verbot von Menthol-Tabakwaren vor. Das sei jedoch ein wichtiges Nischenprodukt für HvL, erklärt Elvinger: Menthol-Zigaretten und Menthol-Tabak machten 7,5 bzw. 4,5 Prozent seiner Verkäufe aus. Die Direktive schreibe den Produzenten weiterhin vor, dass der Feinschnitt-Tabak in Zukunft weder in Dosen noch in Eimern verkauft werden darf, nur noch in Beuteln.
Die Maßnahmen würden zu einem Produktionsrückgang auf allen Standorten von HvL führen: Trier – minus 70 Prozent, Debrecen (Ungarn) – minus 20 Prozent. Der Standort in Appelterre (Belgien) müsste wahrscheinlich ganz geschlossen werden. Die neuen Regelungen sieht HvL als Verstöße gegen die Meinungs- und die Unternehmensfreiheit, das Besitzrecht und auch den Datenschutz. Denn, so erklärte der Geschäftsführer Marc Wagener: Produzenten müssten jetzt auch Kundendaten offenlegen. HvL werde sich mit allen rechtlichen Mitteln wehren.
Zu Demaart
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