Dienstag20. Januar 2026

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«Stalins-Rache» wütet auch in Luxemburg

«Stalins-Rache» wütet auch in Luxemburg

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LUXEMBURG - Seit längerer Zeit macht sich in ganz Luxemburg eine invasive Pflanzenart breit. Sie ist schädlich für das Ökosystem und für den Menschen.

Die Rede ist vom Riesenbärenklau. Der Schaden, den dieser grüne Besatzer der Natur unseres Landes (leider nicht nur unseres Landes) zugefügt hat und noch zufügen kann, lässt sich nicht in Worten ausdrücken.

Vor allem ist diese Pflanze durch ihre weißen, tellerartigen Blüten zu erkennen, die wie ein großes Bouquet aussehen, und daran, dass sie schon mal locker 3,50 Meter groß werden kann. Sie ist leicht mit dem eher kleineren Wiesenblätterklau zu verwechseln. Die bloße Berührung der Pflanze kann auf der Haut zu schweren Verbrennungen zweiten oder dritten Grades führen. Dafür sorgt der im Pflanzensaft enthaltene Stoff Furanocumarine, der den natürlichen Sonnenschutz der Haut aushebelt. Diese Verletzungen können Wochen brauchen, bis sie vollends abgeheilt sind.

Kurzum: Der Riesenbärenklau ist eine ziemliche Plage, gegen die man seit einiger Zeit in Luxemburg vorgeht. Dennoch ist der Vormarsch der Pflanze nur schwer, um nicht zu sagen überhaupt nicht zu stoppen. Die Samen sind, wie bei dem Löwenzahn, flugfähig und können bei vorzeitigem Entfernen sogar nachreifen (also Pflanzenreste nicht auf den Kompost werfen!).

Bitte melden

Die Samen können bis zu 15 Jahre im keimfähigen Zustand ausharren, sollten die gegebenen Umweltfaktoren ungünstig sein. Die schiere Masse an Samen (30.000 pro Blüte!) ist einfach erdrückend. Hat sie sich erst einmal etabliert, beginnt sie, die heimische Fauna mit ihrem Blätterwerk zu erdrücken und so eine Monokultur zu etablieren.

Wird die Pflanze beschädigt (zum Beispiel abgeweidet), hat sie nach nur zehn Tagen neue Triebe hervorgebracht und kann immer noch blühen. Das grüne Stehaufmännchen ist also nur schwer totzukriegen und auszurotten. Seine Ausbreitung aus seiner Heimat, dem Kaukasus, hat er dem Menschen zu verdanken. Ihm wurde nämlich lange Zeit weitläufiger Nutzen unterstellt, dies sorgte dafür, dass er überall in Europa Fuß fassen konnte.

«Stalins Rache»

Die Sowjetunion sorgte einst für das Invasionspotenzial: Stalin selbst befahl, die Pflanze zu kultivieren, um sie als Viehfutter zu gebrauchen (da sie in wenigen Wochen drei Meter groß werden kann). Erst nach den groß angelegten Pflanzversuchen erkannte man ihre Gefahr. Am Ende war Stalin weg und die Pflanze noch da (noch heute ist deshalb von „Stalins Rache“ die Rede, wenn es um die Bezeichnung dieser Pflanze geht). Von Russland aus kam die „Giftpflanze des Jahres 2008“ mit ihren Artgenossen nach Osteuropa.

Seither wütet sie in Europa, auch in Luxemburg, und richtet Schaden an, wo sie nur kann. Sie hat zahlreiche Offensiven überlebt, im In- und Ausland. Und kein Ende ist in Sicht.

In Luxemburgs Gemeinden befinden sich bereits Warnhinweise, außerdem ist jeder Bürger aufgerufen, eine Sichtung der Pflanze sofort bei der Gemeinde zu melden, da sich die Pflanze derart schnell vermehrt, dass man sie in einem späten Stadium ihrer Einnistung nicht mehr konsequent bekämpfen kann.