Die Weltbank führt jedes Jahr Analysen durch über die Wirtschaftsfreundlichkeit der Länder. Insgesamt werden 189 Staaten unter die Lupe genommen. Die Weltbank überprüft, wie einfach es ist, in einem Land Geschäfte zu machen. Analysiert wird unter anderem die Möglichkeit, ein Unternehmen zu gründen, eine Baugenehmigung zu erhalten, an das Stromnetz angeschlossen zu werden, sein Eigentum registrieren zu lassen, einen Kredit zu bekommen, sich als Minderheitsinvestor schützen zu lassen, Verträge abzuschließen, mit dem Ausland Handel zu betreiben oder eine Insolvenz zu verwalten. Analysiert wird ebenfalls die Steuerpolitik des Landes.
Im Vergleich zu 2014 hat sich Luxemburg in der «Doing Business 2015»-Hitparade zwar geringfügig verbessert, was das Resultat betrifft. Beim Rang allerdings bleibt das Großherzogtum auf dem 59. Platz.
Verbesserungsbedarf in einigen Kategorien
Gute Resultate erzielt Luxemburg, wenn es darum geht, Verträgen abzuschließen. Dort liegen wir auf dem 2. Rang. Auch bei der Steuerpolitik (20. Platz) und dem Außenhandel (35. Rang) kann Luxemburg punkten. Bei der Stromversorgung liegt Luxemburg auf dem 42. Rang, bei der Vergabe von Baugenehmigungen auf dem 50. Bei der Aufarbeitung der Pleiten ist Luxemburg 62. Wenn es darum geht, ein neues Unternehmen zu gründen, erreicht das Großherzogtum aber lediglich den 82. Platz. Bei der Kreditvergabe (Platz 165), beim Schutz von Minderheitsaktionären (Platz 117) und der Eintragung von Eigentum (Platz 137) liegt unser Land weit abgeschlagen hinter der Konkurrenz.
Spitzenreiter im Ranking bleibt Singapur, ganz am Ende der Tabelle rangieren Eritrea, Libyen und die Zentralafrikanische Republik. Neben Singapur kürte die Weltbank erneut Neuseeland und Hongkong zu jenen Standorten, an denen Firmen am meisten Unterstützung bekommen und am wenigsten vom Staat behindert werden. Die Top 10 wird komplettiert von Dänemark, Südkorea, Norwegen, den USA, Großbritannien, Finnland und Australien. Luxemburgs Nachbarn Deutschland (14.), Frankreich (31.) und Belgien (42.) liegen alle vor Luxemburg.
Krisenstaaten schneiden besser ab
China landete als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur auf Platz 90 von 189 Ländern und Regionen (Vorjahr 93), die aufstrebenden Nationen Brasilien (von 123 auf 120) und Indien (von 140 auf 142) blieben noch weiter hinten. Selbst Krisenstaaten mit schwierigen Investitionsbedingungen wie Griechenland und Russland schnitten besser ab.
Nach heftiger Kritik vor allem aus China hatte die Weltbank ihre Ranking-Methoden zwar modifiziert, die Ergebnisse dürften aber auch diesmal wieder für Unmut bei einigen Regierungen führen.
Zu Demaart
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