
Ein Mann wurde damals durch einen Stich mit einer Schere in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt. Der Schwerverletzte und sein Kumpel hatten zuvor in den frühen Morgenstunden des 30. September 2012 in der Nähe der Disco in der rue du Fort Neipperg mit einer dritten Person Streit. Einer der beiden schlug mit einem Teleskopstock auf seinen Widersacher ein. Dieser stach im Laufe der Auseinandersetzung einen der beiden Freunde mit einer Schere in den Bauch.
Um den genauen Tathergang zu rekonstruieren, wurden am Dienstag erste Zeugen vor Gericht gehört. Als erstes setzte ein Inspektor der Polizei das Gericht über die gesammelten Beweismittel am Tatort in Kenntnis. Der Polizei wurde in besagter Nacht eine Schlägerei inklusive Messerstecherei gemeldet, so der Inspektor. Am Tatort herrschte Chaos, da sich dort viele Schaulustige versammelt hatten. Trotz der Absperrung der rue du Fort Neipperg durch die Spurensicherung konnten weder die Stichwaffe noch der Teleskopstock sichergestellt werden.
Einer der Täter lief weg
Beim Eintreffen der Polizei versuchte einer der drei Täter zu flüchten, er konnte jedoch etwas später am Bahnhof festgenommen werden. Die beiden anderen Streithähne wurden blutüberströmt am Tatort angetroffen. Der Mann mit der Stichverletzung wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Schere traf auf eine Rippe und zerbrach dabei. „Hätte die Rippe die Schere nicht aufgehalten, wäre der Tod des jungen Mannes die Folge gewesen“, zitierte die Richterin die Unterlagen des Arztes.
Die Zeugin, die in der Tatnacht die Polizei alarmierte, wurde ebenfalls in den Zeugenstand gerufen. Sie konnte sich daran erinnern, dass sich die beiden Freunde mit irgendjemandem stritten, sie konnte aus ihrem Wagen jedoch nicht sehen, mit wem. Als sie ausgestiegen war, habe einer der Angeklagten bereits am Boden gelegen und sei von den beiden Freunden mit Schlägen traktiert worden.
In einer früheren Vernehmung ein paar Tage nach der Tat hatte die Zeugin angegeben, der am Boden Liegende habe Stichbewegungen mit der Hand vollzogen. Das konnte sie in der gestrigen Sitzung jedoch nicht mehr bestätigen.
Mit fünf Stichen genäht
Der dritte Zeuge hatte den mutmaßlichen Scherenstecher zur Diskothek gefahren und war später in der Nacht noch einmal zur Disco zurückgekehrt, da sein Freund seine Jacke bei ihm im Fahrzeug vergessen hatte. Als er in die rue Fort Neipperg kam, sah er ihn bereits blutend am Boden liegen. Er versuchte zu schlichten und wurde dabei ebenfalls mit dem Telekopstock angegriffen. Er erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf und musste mit fünf Stichen genäht werden.
Das Gericht interessierte sich jedoch mehr für die Minuten vor dem Streit als für den eigentlichen Vorfall. Die darauffolgenden Erläuterungen der Zeugen bzw. der Angeklagten deckten sich kaum mehr mit den bis dahin gemachten Aussagen. Es wurde zunehmend konfuser.
Die Schere war immer dabei
Der Streit sei ausgebrochen, weil der Fahrer einen Verkehrsstau verursacht hatte und die beiden Schläger ihn per Lichthupe zum Weiterfahren aufgefordert hätten. Der mutmaßliche Scherenstecher sei ausgestiegen und habe sich mit den beiden Männern unterhalten.
Daran konnte sich der dritte Zeuge aber nicht mehr erinnern. Er gab lediglich zu Protokoll, das der mutmaßliche Scherenstecher immer eine Schere bei sich trug, da er als Frisör arbeitete.
Zu Demaart
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