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«René ist bald wieder da»

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Wenn am Freitag auf dem Rathausplatz in Esch die Marktsaison 2010/2011 offiziell eröffnet wird, werden sie ihn vermissen. Dann wird "René" keinen frittierten Fisch anbieten können, mit dem man sich nach dem Einkauf stärken kann. Sein Wagen ist gestohlen worden, und René Parage sinnt jetzt, nachdem der erste Schrecken vorüber ist, auf Abhilfe.

Wiebke Trapp

Würde man zu seinem Namen noch ein «s» hinzufügen, hieße er frei übersetzt «René in der Umgebung». Und tatsächlich. Parage ist zwischen Esch und Düdelingen so bekannt wie ein bunter Hund.

Bis zu 40 Kilo frittierter Fisch gehen an zwei Markttagen über die Theke seines Verkaufswagens. In seinem zweiten Geschäft „Um Grill“ in der Düdelinger avenue Grande-Duchesse Charlotte gibt es gegrilltes Fleisch und Fritten.

Bis Mittwoch war in diesem Geschäftskonzept, das ihm und seiner Lebensgefährtin Maggi Kohn die Existenz sichert, auch die Welt noch in Ordnung. Dann allerdings wurde sein Hänger beim Stade Barozzi gestohlen – und damit 40 Prozent des Umsatzes.

Was ihn umtreibt, ist, dass niemand auf dem angrenzenden Stellplatz für Campingcars etwas gesehen haben will. Der 3,70 Meter lange, 2,30 Meter hohe und 2,15 Meter breite Wagen wurde am helllichten Tag um die Mittagszeit entwendet. „Der ist immerhin 1,3 Tonnen schwer“, sagt Parage, „das war geplant“. Um ihn zu transportieren, braucht man einen Lkw.

Finanzieller Verlust ist absehbar

Außerdem thront über dem Abluftrohr ein großer silbriger „Hut“ als Abdeckung. Den kennt jeder. Es führt trotzdem kein Weg daran vorbei, das Geschäft donnerstags auf dem Markt in Düdelingen und freitags auf dem Markt in Esch ist vorerst kaputt. Parage hat zwar eine Unfallversicherung, aber die zahlt erst, wenn vier Wochen nach dem Diebstahl der Wagen nicht gefunden werden konnte.

Und er wird Einbußen haben. Vor zwei Jahren hat er der Gemeinde den nagelneuen Wagen für rund 30.000 Euro abgekauft. „Die werde ich nicht wiedersehen“, ist er sich sicher – zumal bei der Wartezeit auch der Umsatz fehlt, den er in dieser Zeit mangels „Arbeitswerkzeug“ nicht machen kann.

Das dauert ihm alles zu lang, zumal ihm die Kosten weglaufen. Parage ist dabei, sich nach einem neuen Wagen umzuschauen.

Schwer, passende Garage zu finden

Seine Bank hat schon Bereitschaft signalisiert, diesen vorzufinanzieren, bis die Versicherungsfrage geklärt ist. Kommt der alte unerwartet wieder zurück, bezahlt er mit dem alten Teile des Kredits für den neuen ab. Wann gibt’s wieder was zu essen auf dem Markt?

«Wenn alles gut geht, bin ich Freitag nächster Woche wieder in Esch», sagt er. Außer der neue Grill, den er haben will, muss bestellt werden. Dann stellt sich noch die Frage, wo er den neuen zukünftig abstellen will, damit so etwas nicht mehr passiert.

«Das ist immens schwierig», sagt er, „so große Gargen sind schwer zu finden, und wenn es sie gibt, nicht zu bezahlen“, sagt Parage. Er sucht weiter. Das ist wahrscheinlich auch besser so, denn in Düdelingen scheint es jemand zu geben, der solche Buden mag. Oder frittierten Fisch nicht. Letztes Jahr erst wurde die Bude des Fischerclubs gestohlen, in der ebenfalls Fisch frittiert wurde.