Die Genossenschaftsbank, deren Gewinn in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, konnte ihr Resultat auch letztes Jahr wieder leicht steigern. Insgesamt belief sich der Gewinn auf 17,8 Millionen Euro. „Dieses Resultat macht uns stolz“, sagte Guy Hoffmann. „Es zeigt die Dynamik und die Beständigkeit unserer Bank.“
Im Vorjahr lag der „wiederkehrende Gewinn“ bei 17,4 Millionen Euro. Ein außerordentlicher Ertrag wurde hier herausgerechnet. Im Jahr 2011 waren es 17,2 Millionen Gewinn. Im Schnitt konnte Raiffeisen in den letzten neun Jahren einen Gewinnzuwachs von jeweils 9,8 Prozent verbuchen.
Auch die Bilanzsumme wächst
Auch die Bilanzsumme der Bank, die das Geschäftsvolumen symbolisiert, ist weiter, um ein Prozent auf 6,35 Milliarden Euro, gewachsen. Dieser Zuwachs erkläre sich vor allem durch den Zuwachs (5,4 Prozent) der Kredite an die Luxemburger Wirtschaft (Firmen und Haushalte).
Mit einem Wachstum von nur 0,5 Prozent sind die Kundeneinlagen 2013 deutlich langsamer gewachsen. Dies erklärt Raiffeisen mit dem kommenden automatischen Informationsaustausch.
Die Einlagen schrumpften
Laut der Bank sind die Einlagen ausländischer Bankkunden letztes Jahr deutlich geschrumpft. Bereits im März hatte Raiffeisen angegeben, dass rund ein Drittel der ausländischen Einlagen (350 Millionen) abgezogen worden seien. „Der Einbruch war stärker als vorgesehen“, erklärte Guy Hoffmann. „Auch wenn wir unser Geschäftsmodell nicht darauf aufgebaut hatten, so spüren wir es doch.“
Dass die Kundeneinlagen 2013 überhaupt gestiegen sind, liege somit allein am deutlichen Zuwachs der Einlagen der Luxemburger Kundschaft. Der Einbruch bei den ausländischen Kunden „geht zwar nicht an die Substanz – aber es hilft auch nicht unserem Wachstum“, erklärte Hoffmann.
Niedrige Zinsen und steigende Kosten
In dem bereits Jahre andauernden Niedrigzinsumfeld werde es für die Bank immer schwieriger, gute Erträge zu erwirtschaften, so Hoffmann weiter. Der Unterschied zwischen den Zinsen, die die Bank für Kredite erhalte, und den Zinsen, die sie auf Einlagen zahle, sei einfach zu gering.
Gleichzeitig aber steigen die Kosten der Bank relativ stark an, um 6,4 Prozent. Dies liege hauptsächlich an den Personalkosten, sagte Hoffmann. Beispielsweise hat die Bank letztes Jahr 30 neue Mitarbeiter eingestellt. Aber auch die „intensive Investitionspolitik“ spiele eine Rolle.
Der Hauptsitz ist fertig
So hat Raiffeisen 2013 unter anderem ihren neuen Hauptsitz in Leudelingen fertiggestellt, ihr komplettes IT-System neu aufgebaut und sich eine neue visuelle Identität zugelegt. Dieses Jahr (2014) ist geplant, die Raiffeisen-Filiale in Echternach zu vergrößern, die Filiale auf Limpertsberg neu zu bauen und die in Weiswampach zu vergrößern.
Um die Erträge aus dem Bankgeschäft weiter zu steigern, gebe es nur zwei Möglichkeiten, so Hoffmann weiter: Entweder mehr Risiko eingehen – oder mehr neue Kunden finden. Mehr Risiken will Raiffeisen aus Überzeugung nicht eingehen, daher „wollen wir unsere Position im Luxemburger Markt weiter ausbauen“, sagte Hoffmann. „Und wir sind auf dem richtigen Weg“, unterstrich er.
Vorsichtiger Optimismus
Für die Zukunft ist Raiffeisen vorsichtig optimistisch. „Mit einer hohen Arbeitslosigkeit, einem niedrigen Wachstum und einer Fortsetzung des Niedrigzinsumfelds wird 2014 wohl nicht überdurchschnittlich gut“, glaubt Guy Hoffmann. Die Bank sei im ersten Quartal aber weiter gewachsen und „wir sind gut aufgestellt. Ein korrektes Resultat müsste möglich sein“.
Daneben will Raiffeisen in den nächsten Wochen und Monaten eine Neuerung vorstellen, die es den Kunden der Genossenschaftsbank einfacher machen wird, selber Teilhaber (Aktionär) zu werden. Und auch wenn Raiffeisen keine Dividende an die Aktionäre ausschüttet, so sollen die Teilhaber doch – etwa wie bei einer Kundenkarte – entweder Kosten sparen oder andere Vorteile erhalten können. „Wir sind dabei, an einem solchen Programm zu arbeiten“, sagte Hoffmann. Details könne man aber erst zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können