Für eine Bilanz sei es noch zu früh, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage vonder Horesca. Aber Café-Betreiber würden schon von Einbußen berichten.
«Manche sagen, dass sie davon nichts merken, weil es in den Ferien ohnehin ruhiger sei», so Horesca-Generalsekretär François Koepp gestern, „aber andere berichten, dass sie 30 Prozent weniger in der Kasse haben.“ Die Rückmeldungen seien derzeit noch gemischt, «es ist noch zu früh», so Koepp, «aber erste Erhebungen deuten darauf hin, dass mancherorts 15 bis 30 Prozent weniger in der Kasse sind.»
Nervöse Kunden
Am stärksten treffe es die klassischen Kneipen, die «Duerf»-Cafés, aber auch Cafés und Bistrots im Süden und der Hauptstadt. «Es sind Cafés, wo eine bestimmte Atmosphäre herrschte. Jetzt ist es dauernd ‚Tür auf, Tür zu‘, das macht die Leute nervös und sie gehen.» Ein Wirt habe ihm erzählt, dass er eine ganze Reihe Cafés abgefahren habe. Überall sei ihm dasselbe gesagt worden. Gegen 22.30 Uhr könne man die Tür abschließen. Dann sei kein Mensch mehr da. Koepp betonte: «Ich bin nicht der Lobbyist der Tabakindustrie. Mir geht es um die Frage, ob wir unsere Cafés, unsere Atmosphäre, dieses Beisammensein, was ja auch Teil unserer Kultur ist, behalten.» Von einem Mehr an Kunden seit Einführung des Gesetzes habe übrigens bisher kein einziger Wirt berichtet. «Dieser Schub von vielen Kunden, die kommen sollten, ist bisher leider ausgeblieben.» Man habe das auch schon in anderen Ländern beobachtet. In Italien, Spanien, Belgien, Frankreich und Irland etwa. «In Irland haben 30 Prozent der Pubs geschlossen», so Koepp. Das will er aber u.a. für Belgien und Irland nicht alleine auf strengere Rauchergesetze schieben. «Das hat auch mit der wirtschaftlichen Situation zu tun, aber mindestens die Hälfte der Schließungen geht auf die Tabakgesetze zurück.»
In Irland habe man dann eine ähnliche Regelung wie in Luxemburg-Stadt gefunden, wo man ohne größere Komplikationen die Terrassenregelung geändert habe. Man könne nun mal schlecht in einem kleinen Café noch ein paar Quadratmeter abtrennen, um ein Fumoir einzurichten. Deshalb seien auch noch nicht sehr viele Anträge für Fumoirs eingegangen. «Die Zahlen, die ich habe, schwanken zwischen 20 und 40.» Es komme aber auch daher, dass sich viele Betreiber nicht informierten und dafür interessierten, bis eben die erste Kontrolle komme.
Erste Bilanz Ende März
Ein Fumoir muss vom Ministerium angenommen werden. Dafür gibt es genaue Bestimmungen. Viele Betreiber schrecken aber auch davor zurück, in bauliche Maßnahmen zu investieren, weil sie nicht Besitzer des Gebäudes sind. Die Kosten lägen, laut Koepp, in der Regel zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Die investiere kaum jemand, wenn er nicht wisse, ob sein Mietvertrag verlängert werde.
Eine erste Bilanz will die Horesca aber erst bei ihrer Generalversammlung Ende März ziehen.
Zu Demaart
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