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„Maison de l’orientation“ als Zentrum

„Maison de l’orientation“ als Zentrum
(Fpizzolante)

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Seit 2012 kann man in der „Maison de l’orientation“ in Luxemburg Ratschläge zu seiner beruflichen Laufbahn einholen. Ein Gesetz soll nun den Rechtsrahmen setzen.

Alles begann mit der Jahrtausendwende und mit der Lissabon-Strategie. Damals wurde in der portugiesischen Hauptstadt auf einem Sondergipfel der europäischen Regierungen entschieden, Europa bis 2010 zur wettbewerbsfähigsten Region der Welt zu machen. Hauptziel war die Entstehung einer sogenannten Wissensgesellschaft.

Hierzu fiel ein wichtiges Stichwort: Orientierung. Gemeint ist hiermit die Studien- und Berufsorientierung. Das Ziel, Europa zum wettbewerbsfähigsten Raum der Welt zu machen, scheiterte. Allerdings wurden einige positive Aspekte beibehalten. Im Rahmen der Strategie wurde in Luxemburg das „Forum Orientation“ ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe sollte für Luxemburg eine Berufsorientierungs-Strategie ausbauen. Das Resultat war die „Maison de l’orientation“. Sie öffnete im September 2012 ihre Türen und soll nun durch den neuen Gesetzentwurf vor allem einen Rechtsrahmen erhalten. Damit die Orientierung ihren Zweck erfüllt, muss der Begriff überhaupt mal definiert werden. Nach der Definition, die von den Gesetzgebern festgelegt wurde, muss Orientierung zu jedem Lebensabschnitt stattfinden können; Umorientierung nicht ausgeschlossen. Die „Maison de l’orientation“ soll Bürgern jeden Alters und mit jedem schulischen Hintergrund weiterhelfen können.

Neue Abteilung geplant

Damit sie dieser Aufgabe nachgehen kann, soll ein „Service de coordination“ entstehen, der neben der Kohärenz der Orientierungsarbeit und der Repräsentation des Hauses ebenfalls die organisatorische Hilfe bei Informations- und Sensibilisierungs-Aktivitäten übernehmen wird.

Was die Beamten der „Maison de l’orientation“ angeht, so werden diese mindestens 16 Stunden jedes Jahr in Weiterbildungen verbringen müssen, damit sie immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge sind. Der Gesetzentwurf betrifft allerdings nicht nur die „Maison de l’orientation“. Auch im schulischen Bereich soll vieles neu werden …

Nur noch Psychologie

Dem „Centre de psychologie et de l’orientation scolaire“, also der zentralen Stelle der verschiedenen „Services de psychologie et d’orientation scolaire“ in den Schulen, kommt eine neue Aufgabe zu. Das „Centre“ wird zukünftig „Centre psycho-social scolaire“ (CPSS) heißen und wird somit seine Orientierungsaufgabe der „Maison de l’orientation“ abgeben, um sich vor allem um psychologische Angelegenheiten zu kümmern.

Das CPSS wird also die psychologischen Stellen in den Schulen bei komplizierteren Fällen unterstützen oder im Extremfall die Begleitung des Schülers selbst übernehmen. In diesem Zusammenhang werden die Dienste in den Schulen ebenfalls umbenannt und heißen künftig „Service psycho-social scolaire“. Sie werden für Schüler die erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen sein.

Eigeninitiativen

Die Orientierung soll jedoch keineswegs aus der Schule verschwinden. Auffallend sollen die Eigeninitiativen der Schulen rund um die Orientierung gewesen sein. Diese werden unterstützt und sollen nun ausgebaut werden. Die Schulen sollen also künftig intern ihre Programme rund um die Orientierung auf die Beine stellen. Zuständig hierfür ist eine vom Direktor einberufene „cellule d’orientation“. Den Rahmen zu diesen spezifischen Programmen setzt die „Maison de l’orientation“. Sie legt die Ziele fest, die bei der Orientierung zu erreichen sind. Weiter stellt die „Maison“ die Experten zur Verfügung, die die Jugendlichen über die sozio-ökonomischen Verhältnisse in der Welt und in Luxemburg aufklären sollen. Die Koordination der verschiedenen „cellules d’orientation“ in den Schulen wird von einem Vertreter des Orientierungshauses koordiniert. Er ist dann auch für den Kontakt mit Letzterer zuständig.

Damit die Orientierung künftig in Luxemburg nicht zu kurz kommt, sondern sich ständig erneuert und den Entwicklungen anpassen kann, wird das „Forum orientation“ wieder ins Leben gerufen. Es handelt sich hier um eine Art „Think tank“, der sich einmal pro Jahr trifft und die Umsetzung der Orientierungsstrategie überprüft sowie neue Möglichkeiten ausarbeitet, sie zu verbessern. Präsidiert wird es vom Direktor der „Maison de l’orientation“. Im Gremium sitzen neben den Vertretern der Ministerien alle, die mit dem Thema Orientierung zu tun haben. Sie dient ebenfalls als Berater der Regierung rund um die Schul- und Berufsorientierung.

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