Luxemburg habe eine kleine, sehr reiche Wirtschaft mit einer starken Regierung und stabilen Institutionen, so die Ratingagentur. Die Wirtschaft sei sehr offen und von internationalen Banken und Investmentfonds dominiert. Das Wirtschaftswachstum sei im Jahr 2014 sehr robust gewesen. Mit geschätzten 3,1 Prozent liege es weit über dem durchschnittlichen Wachstum der Eurozone, das 1,7 Prozent betrug.
Auch die öffentlichen Finanzen seien, mit einer Schuldenquote von 23,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sehr stark. Die Ratingagentur geht für das Jahr 2015 von einem Haushaltsdefizit von 1,5 Prozent des BIPs aus. Die Kassen der Sozialversicherungen würden aber einen Überschuss von 1,7 Prozent des BIPs erwirtschaften.
Alterung der Gesellschaft kostet Geld
Die Fiskalpolitik sei durch das Konsolidierungsprogramm der Regierung geprägt. Der für die Jahre 2015-2019 geplanten Konsolidierungsanstrengungen seien mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer schon fast zur Hälfte umgesetzt. Die größte Herausforderung für die öffentlichen Finanzen blieben aber die hohen fiskalen Kosten des Alterns, so Fitch.
Trotz der Pensionsreform aus dem Jahr 2013 würde die Europäische Kommission eine Erhöhung der Kosten des Alterns erwarten. So rechne die Kommission eine Erhöhung dieser Kosten um 6,2 Prozent des BIPs bis zum Jahr 2060. Die Ratingagentur rechnet aber nicht damit, dass es vor den Wahlen im Jahr 2018 zu signifikanten Reformen in diesem Bereich kommen wird.
Die Wirtschaft sei sehr stark vom Finanzsektor abhängig. Dieser Sektor sei für 27 Prozent des BIPs und 12 Prozent der Arbeitsplätze verantwortlich. Diese Tatsache und die Offenheit der Wirtschaft würden Luxemburg stark externen Krisen auf den Finanzmärkten aussetzen. Ein starker, plötzlicher und negativer Schock, der den Finanzsektor treffen würde, hätte Auswirkungen auf den Rest der Wirtschaft. So würde ein potenzieller Schock den Arbeitsmarkt und die Staatsfinanzen nicht unbeschadet lassen. Positives kann die Ratingagentur bei den Steuerrulings vermelden. Durch die „Base Erosion and Profit Shifting“-Initiative würde es nicht zu einem Exodus von multinationalen Unternehmen aus Luxemburg heraus kommen.
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