Die europäischen Maßnahmen, die getroffen werden, um den Bauern unter die Arme zu greifen, werden nicht reichen“, stellte Etgen gleich am Anfang klar. Die Kommissionsvorschläge sollen die Märkte aber kurz- oder mittelfristig entlasten, so der Minister.
Die private Lagerung von Lebensmitteln sei eine adäquate Lösung. So solle die Lagerung von Milchpulver um 100 Prozent gesteigert werden.
Beim Käse könne man verteilt auf alle Mitgliedstaaten eine Quantität von 100.000 Tonnen einlagern. Zusätzlich sollen Möglichkeiten zur Einlagerung von Schweinefleisch geschaffen werden, so Etgen.
Die Lösung der Liquiditätsprobleme der Bauern habe Priorität. Hierzu seien zusätzliche 420 Millionen Euro für alle EU-Staaten vorgesehen. Außerdem sollen verschiedene finanzielle Unterstützungen schon früher ausbezahlt werden als üblicherweise. „Langfristig gesehen muss der Markt unter die Lupe genommen werden, um herauszufinden, wie man ein besseres Gleichgewicht der ganzen Lebensmittelkette erreichen kann. Das Verhältnis von Produktion und Handel muss demnach hinterfragt werden“, erläuterte Etgen.
669.000 Euro
Von den 420 Millionen Euro seien für Luxemburg 669.000 Euro vorgesehen. „Das ist mehr als letztes Mal, kann aber insgesamt nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein“, so Etgen.
Die private Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten sei für Luxemburg keine sinnvolle Maßnahme. Der Grund sei, dass es in Luxemburg eher kleine Betriebe gebe, dennoch würde die Lagerung, gesamteuropäisch gesehen, das Angebot senken und so auch einen positiven Effekt auf den Luxemburger Markt haben.
Ein anderer Vorschlag, um die Liquidität der luxemburgischen Agrarbetriebe wiederherzustellen, sei, 70 Prozent der direkten Bezahlungen sowie 70 Prozent für das Greening (Erhalt von Dauergrünlandflächen) den Bauern bis Ende Oktober als Vorschuss auszubezahlen.
Zwei weitere Maßnahmen seien erstens die staatliche Unterstützung bei den Sozialbeiträgen und eine direkte finanzielle Unterstützung zum Ausgleich für die Trockenschäden. Hierfür müsse man aber die Trockenperiode abwarten, um die Schäden einzuschätzen.
Auch sollen in staatlichen Institutionen zukünftig regionale und saisonale Produkte in den Vordergrund gerückt werden. In Schulen solle verstärkt Schulmilch und Schulobst angeboten und mit einer Sensibilisierungskampagne zur gesunden Ernährung verknüpft werden.
Zu Demaart
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