Ehemalige hohe Gendarmerieoffiziere und der damalige Untersuchungsrichter im Dossier Bommeleeër, Prosper Klein, standen am Mittwochnachmittag gleichzeitig im Zeugenstand.
In den vergangenen Prozeßtagen war mehrmals über eine mangelhafte Kooperation zwischen den Ermittlern und dem damaligen Untersuchungsricher Prosper Klein die Rede. Letzterem teilten die Ermittler angeblich nicht immer alles mit. Auch wurden Entscheidungen, die in den Zuständigkeitsbereich des U-Richters fallen, ohne dessen Wissen gefällt. Unter anderem waren wichtige Beweisstücke unter Umgehung von Klein an den amerikanischen FBI gegangen, den man um eine Expertise gebeten hatte.
Armand Schockweiler, damals Chef der Ermittler, wunderte sich am Mittwoch vor Gericht darüber, dass der Untersuchungsrichter nicht auf dem Laufenden der Ermittlungen gehalten wurde. Er sei stets davon ausgegangen, dass alles seinen normalen Gang gehe. Er habe es nicht als seine Aufgabe betrachtet, die Kontakte zum Untersuchungsrichter zu pflegen. Vor Gericht wird die Frage gestellt, warum Schockweiler die Arbeit seiner Ermittler nicht besser kontrolliert habe, insbesondere in ihren Beziehungen zum Untersuchungsrichter. Gericht und Verteidigung vermuten, dass jemand weiter oben den Ermittlern befohlen hat, den Untersuchungsrichter außen vor zu lassen.
Klein selbst soll den Ermittlern angeordnet haben, nichts weiterzugeben, um zu vermeiden, dass Informationen in falsche Hände gerieten. Eben das wollte der damalige Gendarmerie-Chef Colonel Aloyse Harpes nicht zulassen. «Es kann nicht sein, dass ein Polizist einem Untersuchungsrichter vorschreibt, was er welchen Ermittlern sagt,» so Klein am Mittwoch vor Gericht an die Adresse von Aloyse Harpes, der nun auch vor den Richtern getreten ist.
Hörte der Stellvertreter seine Chef ab?
Harpes wurde auch mit den Aussagen von Geheimdienstchef Patrick Heck konfrontiert. Heck hatte Harpes aufgesucht, um ihm mitzuteilen, dass er als Gendarmerie-Chef abgehört worden sei. Doch es sollte nicht nur darüber geredet werden. Gesprochen wurde auch über den Bommeleeër. Es sei ganz allgemein darüber geredet worden, so Heck. Harpes hatte er aufgesucht, weil der mit Hecks Vater eng befreundet war. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte er Harpes nicht aufgesucht, so Heck.
Die Abhöraktion auf Harpes soll von dessen Stellvertreter Charles Bourg und dem damaligen Armeekommandanten Bruck organisiert worden sein. Bourg wurde in den Zeugenstand gerufen und dementierte prompt die Behauptung. Er habe seinen Chef nicht abgehört.
Immer wieder kam das Gericht auf die Spur Ben Geiben zurück. Geiben galt während der Anschlagsserie von 1984 bis 1986 als tatverdächtigt. Geiben sollte beschattet werden. Doch die Aktion wurde unterbrochen, fast zum gleichen Zeitpunkt als eine Bombe am Justizpalast hochging. Richterin Sylvie Conter fragte den in Zeugenstand getretenen Bourg, wer denn von der Observation auf Geiben so alles Bescheid wusste. Viel konnte das Gericht auch am Mittwoch Bourg nicht entlocken.
Zu Demaart
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