Zurzeit existieren zehn aktive Bauschuttdeponien in Luxemburg, eine weitere (Remerschen) soll möglicherweise nächstes Jahr wieder aufnahmefähig sein. Heute wird die Bauschuttdeponie in Strassen offiziell eingeweiht, nachdem sie seit Mai dieses Jahres bereits Bauschutt aufnimmt. Nachdem auf der Bauschuttdeponie in Monnerich im März 2014 der Boden dramatisch ins Rutschen gekommen war, wurde sowohl die Öffnung der Bauschuttdeponie bei Sanem als auch derjenigen bei Strassen beschleunigt, um dem neuen Bedarf an Ablagefläche nachzukommen.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch zwei weitere Standorte in Planung, hier werden jedoch noch Gespräche mit den Gemeinden und den Grundstückseigentümern geführt. Zudem wird gerade an drei Standorten durch die Umweltverwaltung geprüft, ob eine Vergrößerung infrage kommt.
Sollten diese Projekte durchgeführt werden, würden neue Kapazitäten für die Bauschuttablage für 10 bis 15 Jahre entstehen. Dies ist natürlich auch immer von der jeweiligen Konjunktur abhängig, da sich die Menge an Bauschutt, die deponiert wird, von Jahr zu Jahr verändert. Laut Ministerium waren 2009 noch 6,468 Millionen Tonnen Bauschutt abgelagert worden, bevor die Zahl bis 2012 auf 3,466 Mio. Tonnen zurückging, um dann 2013 wieder auf 4,395 Mio. Tonnen zu steigen.
Wiederverwendung
Auch wurde 2013 laut den aktuellen Zahlen weniger Bauschutt wiederverwendet (2,637 Mio. Tonnen) als im vorigen Jahr (3,512 Mio. Tonnen). Können die erwähnten Projekte nicht umgesetzt werden, steht Luxemburg jedoch in einigen Jahren vor einem Problem. Denn im Zentrum und im Süden gäbe es dann keine Kapazitäten mehr auf den Bauschuttdeponien, so dass sämtlicher Bauschutt von den Baustellen mit Lastwagen bis in den Norden transportiert werden müsste. Demnach ist es wichtig, dass die geplanten Projekte umgesetzt werden. Nun stellt sich die Frage, was eigentlich mit dem abgelagerten Material passiert. Da die Auswahl des wiederverwendbaren Materials generell bereits im Vorfeld durchgeführt wird, landet auf der Bauschuttdeponie nur das Material, das nicht recycelt werden kann.
Hat eine Deponie ihre maximale Kapazität erreicht, gibt es feste Regelungen, auf welche Art hier die Arbeit eingestellt werden darf. Es werden vier Schritte unterschieden: Erst erfolgt die Einstellung der Arbeit, bevor der Standort stillgelegt wird. Als dritter Schritt folgt die „remise en état du site“. Hier wird der Standort wieder durch Ackerboden bedeckt, so dass wieder eine normale Vegetation entstehen kann. Als vierte und letzte Phase beginnt dann die „gestion postérieure“. Der Betreiber des Standortes muss in dieser aus fünf Jahren bestehenden Zeitspanne alle wichtigen Umweltaspekte kontrollieren, bevor er am Ende die Verantwortung über den Standort abgeben kann. Diese Standorte können dann für verschiedene Zwecke genutzt werden, wie etwa die Forst- oder Landwirtschaft und die Naherholung.
Die verschiedenen aktiven Bauschuttdeponien haben verständlicherweise eine teils sehr unterschiedliche Lebensdauer. Bei Deponien wie Altwies, Brouch und Bridel, die am gleichen Standort wie ein Steinbruch betrieben werden, hängt die Aufnahmefähigkeit etwa von der Menge des Abbaus im Steinbruch ab, da der hier gewonnene Platz als Ablagefläche genutzt wird. Ähnlich sieht es bei der Bodendeponie Moersdorf aus. Hier wird nur unbelasteter Boden gelagert – daher die andere Bezeichnung. Hier darf ein Bauunternehmer zurzeit nur so viel Boden abladen, wie er im Anschluss auch wieder in Form von Steinen mitnimmt.
Staus vorm Abladen
Die Bauschuttdeponien Hosingen, Nothum, Strassen, Gadderscheier (Gemeinde Sanem) und Colmar-Berg, die allesamt vom gleichen Unternehmen betrieben werden, stoßen jedoch zeitnah an ihre Grenzen, ein Verantwortlicher der Firma spricht vom Jahr 2018. Dies ist jedoch nicht das einzige Problem.
So stehen viele Lastwagen etwa lange im Stau, bevor sie den Bauschutt abladen können. Denn selbst wenn im Moment noch genügend Platz auf den Deponien vorhanden ist, so ist der Andrang zu groß und das Abladen kann nicht schnell genug erfolgen.
Remerschen ist zu
Die Deponie in Remerschen ist im Augenblick hingegen aus Kapazitätsgründen ganz geschlossen. Eine Genehmigung zur Erweiterung ist bereits beantragt und man hofft, die Arbeit spätestens 2016 wieder aufnehmen zu können. Dann wird man jedoch auch auf dieser Deponie nur noch unbelasteten Erdaushub annehmen können und keinen Bauschutt.
Dass jedoch auch noch andere Probleme die Verantwortlichen von Bauschuttdeponien beschäftigen, wird immer wieder deutlich. So etwa bei der neu geplanten Bauschuttdeponie in Folschette. Hier gab es Probleme mit der Zufahrt, da diese durchs „Préizerdaul“ geführt hätte. Laut Ministerium sei man einer Lösung jedoch nah, da man einen außerhalb der Ortschaften gelegenen Feldweg leicht ausbauen könne, um so eine Zufahrt zur Deponie zu ermöglichen, die die Wohngebiete so weit wie möglich meidet. Auf diese Weise sollen die Anwohner möglichst wenig durch die nahe Deponie gestört werden. Das Ministerium versicherte zudem, dass die Deponie erst öffnen werde, wenn die Zufahrt fertiggestellt sei.
Neue Deponien scheinen jedenfalls angesichts der momentanen Situation dringend nötig, um auch für die Zukunft ein ausreichendes Ablagevolumen zu schaffen.
Zu Demaart
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