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Inflation hausgemacht

Inflation hausgemacht

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In Luxemburg ist die Inflation höher als in den Nachbarländern und auch höher als im EU-Durchschnitt. Grund dafür sieht die Beobachtungsstelle für Preisbildung in den amtlich festgelegten Preisen. Eine hausgemachte Inflation.

Zwar war die Inflation in Luxemburg im ersten Semester 2013 leicht rückläufig (gegenüber dem ersten Semester 2012), dennoch weist das Großherzogtum eine höhere Inflation als der EU-Durchschnitt auf. Auch ist sie höher als in den drei Nachbarländern.

Beobachtungsstelle für Preisbildung

Die Gründung der Beobachtungsstelle für Preisbildung «Observatoire de la formation des prix» geht auf Gespräche zwischen den Vertretungen von Arbeitnehmer und –geber Ende 2010 zurück. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Situation, die öffentlichen Ausgaben, sowie das Maßnahmenpaket der Regierung zur Bewältigung der Finanzkrise. Die Regierung beschloss, die Beobachtungsstelle für Preisbildung zu gründen und sie in die Beobachtungsstelle für Wettbewerbsfähigkeit «Observatoire de la Compétitivité» zu intergrieren.

Die Beobachtungsstelle für Preisbildung (observatoire de la formation de prix) stellte in seinem zum ersten Semester 2013 fest, dass der leichte Rückgang gegenüber 2012 insbesondere durch sinkende Benzinpreise zu erklären sei. Andererseits nahmen in den letzten sechs Monaten sowohl die Nahrungsmittelpreise als auch die amtlich festgelegten Preise stark zu.

Hausgemachte Inflation

Demnach wurde festgestellt, dass zwischen 1999 und 2013 die amtlich festgelegten Preise um 62,4 Prozent gestiegen waren, während jene für Produkte und Dienstleistungen um 38,8 Prozent kletterten. Allein die Umsetzung der EU-Richtlinie für Wasserpreise führte dazu, dass sich der Wasserpreis verdoppelte und der Abwasserpreis zwischen 2005 und 2013 vervierfachte.

Ab 2010 zogen auch die anderen amtlich festgelegten Preise drastisch an. Grund dafür war das Einfrieren der Preise zwischen April 2008 und Dezember 2009 sowie im Jahre 2011 wegen des Inkrafttretens der neuen Gesetzgebung im Gesundheitsbereich.

«Chèques-services»

2012 war die Preisentwicklung weniger steil als die zwei vorausgehenden Jahre. Insbesondere beruhte 2012 die Preissteigerung auf den Änderungen des „Chèques-services“. Auch die Technische Kontrolle für Fahrzeuge stieg im September 2012 um 17,2 Prozent.

2013 beschloss die Regierung, die Tarife im öffentlichen Transport zu anzuheben. Busfahrten kosteten 25,9 Prozent und Zugfahrten 5,9 Prozent mehr. Die Betreuung in Kinderkrippen stieg ebenfalls um 4,1 Prozent. Im Februar 2013 erhöhte die Stadt Luxemburg die Preise fürs Parken um 20,8 Prozent.

All diese Preiserhöhungen haben zur Folge, dass die amtlich festgelegten Preise (+5,7 Prozent) gegenüber der Gesamtheit aller anderen Produkte und Dienstleistungen(+2,0 Prozent) im ersten Semester 2013 stärker angestiegen sind. 2012 haben die amtlich festgelegten Preise zu 10 Prozent zur globalen Inflation beigetragen, im ersten Semester 2013 waren es bereits 34,4 Prozent: Inflation hausgemacht.