Die Gewerkschaft SEW/OGBL hatte am 7. November eine Unterredung mit Unterrichtsminister Claude Meisch. Sie wollte Details über die Ankündigungen von Regierungschef Xavier Bettel über die Sparmaßnahemn im Unterrichtswesen erhalten. Unter anderem die Aussage Bettels, dass die Professoren in Zukunft nur für ihre wirklich geleisteten Stunden bezahlt würden, stieß bei der Gewerkschaft auf Unverständnis. «Will das heißen, dass die Lehrkräfte für nicht geleistete Stunden bezahlt werden?», fragt sich der SEW-/OGBL.
Solche Aussagen schaden dem Ansehen der Lehrer und Professoren und dem Image des Luxemburger Ausbildungssystems, so die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Sie spricht von «unaufhörlichen diskriminatorischen Angriffen» auf den Lehrkörper, die aufhören sollen.
Nein zu den Sparmaßnahmen
Der SEW/OGBL wiedersetzt sich jeglichen Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst im allgemeinen und im Ausbildungsbereich im Besonderen, heißt es weiter in der Mitteilung, zumal die Austeritätsmaßnahmen einseitig von der Regierung entschieden worden seien.
Die Lehrer hätten ihren Beitrag für die Sparpolitik schon geleistet, als sie 2007 eine Erhöhung ihres Arbeitspensums akzeptierten, so die Gewerkschaft. Die Regierung versuche jetzt lediglich Gehaltskürzungen durchzesetzen. Die Lehrer müssten so zum Beispiel Überstunden leisten, die aber schlecht bezahlt würden, weil zu hohe Steuern anfallen.
Mangelnde Dialogbereitschaft
Unterrichtsmibnister Meisch sei in seinen Aussagen über die Sparmaßnahmen in der Grundschule vage geblieben, moniert der SEW weiter. Er wolle eher mit den Vorsitzenden der Schulkomitees verhandeln, als mit den Lehrergewerkschaften. Der SEW/OGBL bezichtigt den Minister des Weiteren einen Keil zwischen Grundschullehrer und Professoren des Sekundarunterrichts treiben zu wollen. Die einzigen, die im Unterrichtswesen von der Austeritätspolitik verschont blieben, seien die Beamte, die keinen Unterricht geben und sich für sogenannte Posten mit einer «besonderen Verantwortung» bewerben.
Die Regierung wolle gar nicht mit den betroffenen Akteuren verhandeln, ärgert sich das Syndikat, das den Rückzug sämtlicher Sparmaßnahmen im Unterrichtswesen und die Rückkehr an den Verhandlungstisch fordert.
Zu Demaart
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