Zu Beginn der Sitzung erklärte der Veterinär, dass er vor rund zwei Jahren kontaktiert wurde und ihm wurde zugetragen, auf einer Wiese in Ersingen würden fünf Pferde und ein Pony stehen, die weder Futter, Essen noch eine Unterkunft hätten, die sie bei schlechten Wetterverhältnissen nutzen könnten. „Als ich die Wise besuchte musste ich mit Entsetzen feststellen, dass all dies stimmen würde. Zudem war das Acker mit einem Stacheldraht eingezäunt, was strengstens verboten ist bei der Haltung von Pferden“, so der Tierarzt vor dem Präsidenten der Strafkammer. Laut dem Zeugen war kein einziges Grashalm mehr auf der Wiese und die Pferde standen im Schlamm und in ihren eigenen Fäkalien. Daraufhin hat der Veterinär die Eigentümerin des Pferdes kontaktiert und diese gewarnt.
Am 29. November 2011 habe die Angeklagte versprochen sie würde die Tiere auf ein anderes saubereres Acker bringen. Der Arzt gab jedoch an, dass die Frau ihre Tiere wohl auf ein anderes Acker in Huncheringen brachte, allerdings sah es bei der Kontrolle am 12. Januar 2012 auf dem Acker gleich aus: Überall Schlamm, kein Gras, kein Futter und kein fließendes Wasser. Auf der Wiese stand zwar, laut dem Zeugen ein „kleiner Unterschlupf“ für die Tiere, Marke Eigenbau aus Palettenholz, der baufällig war. Anschließend gab der Arzt an, er habe erneut die Eigentümerin und heutige Angeklagte kontaktiert um ihr mitzuteilen, dass sie gegen das Gesetz verstoßen würde. „Ich habe ihr sogar das Gesetz erklärt. Man muss mindestens einmal pro Tag bei einem Pferd vorbeischauen, es muss ständig Zugang zu Futter und fließendem Wasser haben und es benötigt einen Unterschlupf von mindestens 30 Kubikmetern pro Pferd. Zudem ist es verboten, das Stück Land mit Stachelzaun einzuzäunen“, so der Veterinär. Abschließend gab der Zeuge an, ein Pferd sei so schwach gewesen, dass es eingeschläfert werden musste. Danach soll die Frau alle Tier verkauft haben.
Falsche Aussage?
Danach trat der Polizeibeamte vor die Richter der sich mit dieser Affäre beschäftigte. Dieser erklärte den Richtern, die Frau habe anlässlich der Vernehmung angegeben sie sei Tag für Tag bei den Pferden vorbeigefahren. Jedoch erklärte die nächste Zeugin, die ihr Haus neben dem Stück Acker in Huncheringen hat, dass die Frau lediglich nur einmal im Monat dort war. Auf die Frage des Richters, ob die Zeugin, die Pferdeeigentümerin gefragt habe warum sie so viele Pferde besaß, antwortete die Zeugin: „Die Frau hat mir erzählt, sie hätte eines der Pferde vor dem Tod gerettet und Pferde seien ihr ein und alles“.
Die Angeklagte, die selbst nicht vor Gericht erschien und somit auch höhere Strafen riskiert, konnte sich am Mittwochabend nicht äußern.
Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe „de principe“, wegen der Abwesenheit der Beschuldigten Frau, sowie eine angemessene Geldstrafe. Zudem wurde ebenso gefordert, der Frau das Recht für Tiere zu halten, entzogen wird.
Das Urteil wird am 5. Dezember ergehen.
Zu Demaart
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