Die Gewerkschaften sind sauer auf eine in ihren Augen vor der Sommerpause durchgepeitschte Gesetzesvorlage der Regierung.
Dabei geht es um die Änderungen bei Finanzhilfen für Studenten sowie die Streichung des Kindergeldes bei Erreichen der Volljährigkeit. Eltern in Luxemburg bekommen die Streichungen durch die Zahlung von Studienhilfen ausgeglichen, Grenzgänger gehen in dem Fall leer aus.
Und die Zahl ist nicht gerade gering. Man spricht von mehreren zehntausend, rechnet man zu den Grenzgängern die Luxemburger, welche außerhalb des Landes in der Grossregion leben.
Zudem befürchten die Gewerkschaften, das das gute Image der Grossregion, durch die Entscheidung der Regierung in Luxemburg, Flecken bekommt.
Schliesslich sei das Luxemburger Sozialmodel weit über die Grenzen hinaus bekannt, so die Gewerkschaftsvertreter des OGBL, LCGB, Aleba, dem Landesverband und Syprolux am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.
«Die Regierung hat ein Fass aufgemacht. Dies sei nicht eine Sternstunde des Luxemburger Sozialmodels,» unterstreicht Patrick Dury vom LCGB
«Wir dürfen keine Zweiklassengesellschaft im Land bekommen. Das Prinzip: gleiche Beiträge, gleiche Leistungen, muss gewährleistet sein. Sozialneid entsteht und darunter leidet am Ende die Produktivität, so Nico Clement vom OGBL.
«Generalstreik»
Die Gesetzesvorlage verstößt zudem gegen den Europäsichen Gedanken und EU-Richtlinien, die gleiche Sozialleistungen für alle vorsehen, unterstreicht Clement.
Eine entsprechende Klage wurde inzwischen bei der EU-Kommission eingereicht.
Marc Glesener von der Aleba geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht im schlimmsten Fall von einem Generalstreik.
Dies wollten seine Gewerkschaftskollegen am Dienstag allerdings nicht unterschreiben. Sie setzten auf weitere Verhandlungen und Aktionen.
Die Gewerkschaften erwarten am 16. September auf dem Clairfontaine-Platz in der Stadt Luxemburg bis zu 2000 Demonstranten aus dem In- und Ausland.
fo
Zu Demaart
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