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Gegen „Drivers only“-Züge

Gegen „Drivers only“-Züge

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Die Luxemburger Bahn-Gewerkschaft FNCTTFEL beteiligt sich an einer europaweiten Kampagne gegen den Abbau von Zugbegleitpersonal.

In vielen EU-Ländernwird zurzeit das Zugbegleitpersonal abgebaut, dies vor allem, um Kosten einzusparen und die Dienstleistung günstiger zu gestalten. Der FNCTTFEL- Landesverband hat eine Kampagne zusammen mitder Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) ausgearbeitet. Am Donnerstag fiel der Startschuss.

Auf dem Hauptbahnhof in Luxemburg versammelten sich Mitglieder der FNCTTFEL und interessierte Passanten zum sogenannten „Kick-off“ der Kampagne „Votre sécurité et votre confort: nos priorités!“, die in Zusammenarbeit mit der ETF und Eisenbahngewerkschaften aus ganz Europa ausgearbeitet wurde. Der internationalen Presse wurde sie bereits am Dienstag in Brüssel präsentiert.

Gegen die Liberalisierung

Ziel ist es, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass der Abbau von Zugbegleitpersonal und der Trend der Einsparungen gestoppt werden muss. „Aktuell herrscht der Aspekt der Liberalisierung in Europa vor. Doch dabei gibt es nicht nur Gewinner“, erklärte FNCTTFEL-Präsident Jean-Claude Thümmel. Mit den Einsparungen würde der Bahnverkehr zwar für die Nutzer günstiger werden, aber nicht besser. „Gute Dienstleistungen bekommt man eben nicht umsonst“, betonte er weiter.

„Die aktuelle Situation bezüglich des Zugbegleitpersonals variiert von Land zu Land“, erklärte Thümmel. So habe Norwegen die Präsenz von Personal an Bord eines Zuges gesetzlich verankert. In Luxemburg trat 2009 der Dienstleistungsvertrag in Kraft. Dieser sieht vor, dass Personal an Bord eines Zuges obligatorisch ist. Allerdings ist dieser Vertrag noch nicht gesetzlich festgehalten. In neun EU-Ländern ist die Situation jedoch anders. Dort fahren nur noch „Drivers only“-Züge. Thümmel zufolge überlege auch Belgien, rund 560 dieser Arbeitsplätze zu streichen. „Das ist die falsche Richtung – aus reinem Spargedanken diese Arbeitsplätze zu streichen.“ Da die FNCTTFEL diesen Trend nicht unterstützen möchte, hat sie sich der europaweiten Kampagne angeschlossen.

Betriebliche Sicherheit

Dem Landesverband zufolge müssen nicht nur die Arbeitsplätze bestehen bleiben, sondern auch die betriebliche Sicherheit gewahrt werden. Das Bahnpersonal sorge für einen reibungslosen und sicheren Bahnverkehr. Auch informiere es Passagiere über veränderte Zugverbindungen und Umsteigemöglichkeiten. In Notfällen wie Unfällen oder bei Übergriffen könne das Bordpersonal zum einen für die richtige Evakuierung sorgen und zum anderen unangebrachtem Verhalten vorbeugen. „Wird Personal gestrichen, dann wird der öffentliche Transport an Qualität verlieren. Viele Menschen würden ja auch nicht in ein Flugzeug ohne Bordpersonal steigen“, so Thümmel. Ein hochwertiger Service sei nicht mehr möglich, wenn das Begleitpersonal eingespart würde, so Thümmel. „Noch ist Zeit, um gegenzusteuern“, erklärte er weiter.

An der Kampagne seien zehn EU-Länder sowie das Europäische Behinderten-Forum (EDF) beteiligt. Thümmel betonte, dass die Beteiligung des EDF zeige, dass weiterhin Zugpersonal benötigt werde und auch wichtig sei. Würde das Zugpersonal wegfallen, würden Menschen mit eingeschränkter Mobilität stark beeinträchtigt werden, erklärte Thümmel.

Im Rahmen der einjährigen Kampagne wird die Eisenbahngewerkschaft unterschiedliche Aktionen organisieren, um somit die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam zu machen. Vorgesehen sind vor allem das Verteilen von Informationzetteln und -Broschüren sowie diverse Informationsveranstaltungen.

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