Der Bevölkerung Rede und Antwort standen u.a. der Minister für innere Sicherheit, Etienne Schneider, Polizeigeneraldirektor Philippe Schrantz und Polizei-Regionaldirektor Bob Leesch. Trotz des großen Aufgebots hochrangiger Gesprächspartner füllte sich der große Saal der Kultureinrichtung CAPe aber eher spärlich. Geschätzte 80 Bürger (Anm. der Red.: Ettelbrück zählt rund 8.500 Einwohner) fanden sich zu der Versammlung am Donnerstagabend ein. Dabei war das Thema des Abends „Sicherheit“ ein sehr heißes, das regelmäßig für hohe Wellen innerhalb der Ettelbrücker Bevölkerung und über die Grenzen des Ortes hinaus sorgt.
Nach dem Mord auf offener Straße in Ettelbrück im März dieses Jahres durch einen geistig verwirrten Täter oder dem Angriff auf Polizeibeamte, die dabei verletzt wurden, macht das Wort „Ettelbrooklyn“ in Anlehnung an das einst berüchtigte Stadtviertel von New York wieder verstärkt die Runde.
Nur ein Gefühl
Dabei würde es sich eher um eine gefühlte Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung handeln als um eine wirklich erhöhte Bedrohung der Sicherheit, erläuterte Bürgermeister Jean-Paul Schaaf (CSV) am Abend. Die Kriminalitätsstatistik in Ettelbrück sei rückläufig. Diese Aussage wurde auch anhand einer Reihe von Zahlen durch den Regionaldirektor der Polizei, Bob Leesch, unterstrichen.
Auch habe man das Kontingent der Polizeibeamten, die für Ettelbrück zuständig seien, erhöht. Man gehe mehrmals – im Durchschnitt vier Mal am Tag – Streife durch den Ort.
Sicherheits- und Verhaltenstraining
Zusätzlich wurde eine Reihe Maßnahmen ergriffen, die von Sicherheits- und Verhaltenstraining bis hin zum Programm „Youth4Work“ im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit reiche, das demnächst anlaufen soll. Die Polizei fordert zudem die Bevölkerung auf, verstärkt Vorkommnisse zu melden und sich in Sachen Zivilcourage zu engagieren. „Wer Opfern nicht hilft, macht sich zum Mittäter“ bemühte Bob Leesch am Abend ein Zitat, das gerne in einem solchen Zusammenhang genannt wird.
Minister Etienne Schneider sprach davon, dass die Regierung die Zahl der Polizisten erhöhen möchte. Bis Ende der Legislaturperiode sollen 364 neue Beamte zusätzlich zur Verfügung stehen. In diesem Jahr haben 106 das Aufnahmeexamen für die Polizeischule bestanden. Auch sollen durch die Reform die Polizeikommissariate leistungsfähiger werden. Die bisher sechs sollen in vier Regionen zusammengefasst werden. Die „Commissariats de proximité“ sollen zusammengelegt werden, um die Zahl von normalerweise fünf Beamten auf zehn pro Kommissariat zu erhöhen.
Mehr Beamte im Außendienst
So soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass mehr Beamten auf Außendienst gehen können. An der Zahl von 13 „Centres d’intervention principaux“ (Haupteinsatzzentren, CIP) soll aber nicht geschraubt werden.
Im Anschluss an die Ausführungen war es dann an den Bürgern, sich zu Wort zu melden. Die Anwesenden berichteten von Übergriffen, von Gewalt und Kriminalität, die sie oder Bekannte und Angehörige erlitten haben. Daneben waren Drogen- und Jugendkriminalität weitere Diskussionsthemen.
Reaktionen auf den Mord in Ettelbruck
Zu Demaart
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