„Das Resultat ist ein riesiger Erfolg für unsere Partei“, meinte DP-Parteipräsident Xavier Bettel am Sonntagabend dem Tageblatt gegenüber. „Wir hatten uns ein Plus an Sitzen erhofft, aber die 13 Sitzen, die wir jetzt halten, sind ja fast ein Zuwachs von 50 Prozent.“ Jetzt wolle er erst einmal den Erfolg mit seinen Freunden feiern, erklärte Xavier Bettel.
Dabei hatte der Abend relativ gemächlich in der Wahlkampfzentrale der DP in der „Brasserie“ des Konferenzzentrums auf Kirchberg angefangen. Lange zeigte sich keiner der großen Politiker der Partei, und es dauerte einige Zeit, bis sich die „Brasserie“ mit Sympathisanten füllte.
So richtig gute Stimmung kam dann jedoch recht schnell im Konferenzzentrum auf, als die Resultate aus dem Osten durchsickerten. Für viele Anwesende war es eine freudige Überraschung und quasi ein gutes Omen für den Rest des Abends, dass die Liberalen im Osten mit einem Plus von 3,21 Prozentpunkten einen unerhofften zweiten Sitz ergattern konnten.
Zuwachs im Norden
Noch besser war der Zuwachs im Norden. Dort legte DP-Spitzenkandidat Charles Goerens mit seiner Rückkehr in die Nationalpolitik mit 17.523 Stimmen ein sehr gutes Resultat vor. Die Partei verzeichnete außerdem einen Zuwachs von 5,53 Prozentpunkten. Charles Goerens und die DP-Sympathisanten im Konferenzzentrum zeigten sich allerdings enttäuscht darüber, dass dies nicht mit einem Sitzzuwachs honoriert wurde. „Es ist durchaus möglich, dass ich noch ein besseres persönliches Resultat erzielt hätte“, meinte Charles auf die Frage, ob der Wähler seine Haltung, er bleibe in Straßburg im Falle einer Nicht-Regierungsbeteiligung, bestraft hätte. Goerens war jedenfalls während Stunden der einzige Spitzenkandidat der DP, der sich unter die Menschenmenge mischte.
Im Norden wurde zudem DP-Parlamentsmitglied und Partei-Generalsekretär Fernand Etgen nicht mehr wiedergewählt. Hinter den Kulissen wurde angesichts dieses Resultats schon sehr früh am Abend darüber spekuliert, ob jetzt nicht über eine Neubesetzung des Postens des Generalsekretärs zu reden sei.
Tosender Beifall
Ganz anders dann die Stimmung, als Xavier Bettel und Claude Meisch den Saal betraten. Minutenlanger Beifall, gefolgt vom Sprechchor „on a gagné“, ebnete den beiden Spitzenkandidaten den Weg auf die Rednertribüne.
„Was will die DP?“, fragte Xavier Bettel rhetorisch in die Runde. „Sie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, und sie soll das auch tun.“
Da man den einzigen Wahlgewinner stelle, werde die DP in den nächsten Tagen die Initiative übernehmen und mit dem einen oder anderen schauen, wie dieses Land zu führen sei, erklärte Bettel. „Es müssen Anstrengungen gemacht werden, damit die Zukunft nicht mehr so aussieht wie die letzten Jahre unter der CSV-LSAP-Mehrheit“, schloss Bettel seine Rede.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können