Das europäische Projekt „Mediate“ wird von einem öffentlichen Forschungszentrum in Luxemburg, dem CRP Henri Tudor, koordiniert. Acht weitere Partner aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter das luxemburgische Unternehmen „G4S Security Solution“, beteiligen sich am Vorhaben.
Das Vorhaben besteht darin, durch den gezielten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien älteren Menschen das alltägliche Leben zu vereinfachen und ihre Autonomie zu steigern.
Es gibt heutzutage bereits etliche Dienstleistungen für zu Hause, auf die Senioren zurückgreifen können, wie z.B. den Alarmknopf, den man als Armband tragen kann.
Koordinieren und informieren
„Diese Dienste stellen für ältere Menschen eine Hilfsleistung dar, sie ermöglichen es allerdings nicht, einen Schritt weiterzugehen“, erklärt Dr. Djamel Khadraoui, Projektleiter im CRP Henri Tudor, gegenüber dem Tageblatt. Bislang gibt es nämlich keine Synchronisierung der unterschiedlichen Aktivitäten der Senioren. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Mediate“ soll ein System geschaffen werden, das es erlaubt, sämtliche Dienstleistungen miteinander zu verbinden. Folglich soll das System auch mit allen bereits bestehenden Informatiksystemen kompatibel sein.
Dabei sollen aber nicht nur die Dienste der professionellen Alterspflege (Ärzte, Krankenpfleger usw.) koordiniert werden. Auch das direkte Umfeld der betroffenen Personen – sprich die Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte – soll mit eingebunden werden. So werden banale Alltagsaktivitäten wie der Termin beim Friseur oder das Einkaufengehen bei der Koordinierung mit in Betracht gezogen.
Konkret bedeutet das, dass, wenn der Krankenpfleger Verspätung hat oder einen Termin absagen muss, dies im neuen Informatiksystem auf effiziente Weise erfasst und angezeigt wird. So werden sowohl die Senioren als auch ihr Umfeld und das Personal anderer professioneller Dienstleistungen umgehend über die Änderungen im Tagesablauf informiert.
Produkt in drei bis vier Jahren auf dem Markt
Natürlich kann die Nutzung von Informatiksystemen für ältere Menschen eine Schwierigkeit darstellen. Deswegen wird die angepeilte Zielgruppe auch bei den verschiedenen Entwicklungsphasen mit eingebunden. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase, wo die unterschiedlichen Bedürfnisse älterer Menschen erfasst werden.
„Die Senioren befinden sich bei der Entwicklung unserer Lösung im Mittelpunkt“, unterstreicht Khadraoui. Am Ende soll nämlich ein benutzerfreundliches Produkt entstehen, das vermarktet werden kann und das zu realen Verbesserungen im Alltag der Senioren führt.
Das Forschungprojekt startete im Juni dieses Jahres und soll sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstrecken. Dann soll das Endresultat feststehen. Danach muss man wahrscheinlich noch zwischen 12 und 24 Monaten warten bis zur endgültigen Kommerzialisierung des Produkts, wie Khadraoui erklärt. Im CRP Henri Tudor arbeiten derzeit drei Personen in Teilzeit am Projekt „Mediate“, für das das Luxemburger Forschungszentrum ein Budget von rund 400.000 Euro bereitstellt.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können