Freitag30. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Flucht in den Süden?

Flucht in den Süden?

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Sonnenbrille und Shorts statt Daunenjacke und warme Mütze: Man könnte glauben, diese Aussichten hätten während der Osterferien viele veranlasst, noch schnell in den warmen Süden zu kommen.

Viele haben es gemacht, von einer „Flucht“ kann aber keine Rede sein, wie unsere Umfrage unter Reiseveranstaltern zeigt. Luxair Tours äußert sich zurückhaltend. Zwar gibt es ein Plus von 8 Prozent mehr Buchungen, insbesondere von Last-Minute-Reisen. Das betrifft aber die ersten drei Monate dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von einem eindeutigen Plus gerade zur Osterzeit will man dort nicht sprechen – vor allem wegen der zeitlichen Verschiebung. „Ostern liegt dieses Jahr sehr früh“, sagt Asko Schroeder, Pressesprecher der Luxair Group, „das kann man mit vergangenem Jahr nicht vergleichen“.

Kein eindeutiges Plus auch bei Voyages Flammang in Esch. Die Buchungen über Ostern seien „ungefähr gleich geblieben“, betont Gilbert Lentz. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen, wie der Reiseexperte erklärt. „Es gibt nur ein begrenztes Kontingent an Last-Minute-Reisen während der Ferien“, sagt er, „weil Ankunfts- und Rückreisezeit aufgrund der offiziellen Schulferienzeiten festgelegt sind“. Diese Flugzeuge seien immer voll, so Lentz – unabhängig vom Wetter.

Bezüglich der Destinationen gibt es Trends. Asien, hier vor allem Thailand, lägen weit vorne in der Beliebtheit. Burma und Vietnam als relativ „neue“ Destinationen seien verstärkt im Kommen, so Lentz. Auch traditionelle Osterreiseziele sind nach den politischen Querelen wieder gefragt, wie etwa Tunesien und sogar Ägypten.

Hiesiger Tourismus leidet

Voyages Emile Weber haben einen eindeutigen Anstieg zu Ostern melden. „Vor allem bei den Last-Minute-Reisen und bei Reisen über ein verlängertes Wochenende gab es einen Anstieg“, sagt Christiane Wagner, die Kommunikationsbeauftragte des Unternehmens, die – zumindest, was ihr Unternehmen angeht – noch eine andere Beobachtung macht. „Normalerweise beginnt das Geschäft mit den Sommerbuchungen erst im April/Mai“, sagt Wagner, „dieses Jahr haben wir aber schon jetzt erstaunlich viele Buchungen für den Sommer – sogar bis in den November hinein“.

Ob sich daraus ein kausaler Zusammenhang mit dem Wetter herstellen lässt, bleibt ungeklärt – auch wenn von Luxair Tours dieselben Aussagen kommten. Auch dort läuft das Geschäft mit den Buchungen für den Sommer bereits jetzt gut. Pressesprecher Schroeder spricht gar von einem „griechischen Jahr“, weil man mit den diesjährigen Buchungen nach Griechenland fast an die Zahlen von 2011 anknüpfen könne. Dahinter rangiert Spanien auf der Beliebtheitsskala.

Keine frohen Ostern dürften dagegen hiesige Anbieter und touristische Einrichtungen gehabt haben – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Mt einem Einbruch von 30 Prozent weniger Gästen über Ostern wird der rheinland-pfälzische Tourismusverband im Trierischen Volksfreund zitiert. Vor allem bei langfristigen Buchungen herrsche große Zurückhaltung.

Leichte Einbußen auch in der Stadt

Auch in der Hauptstadt mussten die Touristiker leichte Einbußen hinnehmen. Rein statistisch gesehen konnte das „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO) am Osterwochenende nicht an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen. Das teilte es selbst mit.

So zählte das LCTO 9 Prozent weniger Kontakte am Osterwochenende. Das Touristinfo am „Knuedler“ betreute rund 13,43 Prozent weniger Touristen. Auch das städtische Hotelgewerbe konnte an keinem der Ostertage eine komplette Ausbuchung melden.