ArcelorMittal hat nicht viel Spaß bei der Produktion von Flachstahl. Das vergangene Jahr war geprägt von der Auseinandersetzung um die Hochöfen von Florange, deren Schließung sich in der Bilanz mit einer Belastung über 100 Millionen Euro niedergeschlagen hatte. Im dritten Quartal des laufenden Jahres weist Flachstahl einen operationellen Verlust in Höhe von 131 Millionen Euro aus.
In diesem Segment sind alle Zahlen rot. Im Vergleich zum zweiten Quartal sank die Produktion um 100.000 Tonnen auf 7,4 Millionen Tonnen. Die Auslieferungen lagen um fast eine Million Tonnen unter der Produktion und unterschritten die Auslieferung des vorhergehenden Quartals um 6,9 Prozent. Der Umsatz schließlich ging um 500.000 Euro zurück. Außerdem sanken die Preise um 4,6 Prozent. Dennoch investierte das Unternehmen 108 Millionen Euro.
Produktionskosten werden nicht angepasst
ArcelorMittal muss im Flachstahl Segment mit einer Schwierigkeit leben. Der Index, der den Stahlkonsum kennzeichnet und im Jahre 2007 mit 100 angegeben wurde, verzeichnet für Europa einen Absturz von 31,7 Prozent. In China hingegen gab es einen Anstieg von 67,8 Prozent, weltweit einen Anstieg von 21,3 Prozent. ArcelorMittal ist aber nicht in der Lage, die Produktionskosten den sinkenden Preisen und der sinkenden Nachfrage anzupassen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Robrecht Himpe, Generaldirektor Flachstahl bei ArcelorMittal, geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in Europa insgesamt in 2013 negativ sein wird, im kommenden Jahr aber auf plus ein Prozent zu beziffern sein wird. Einen Silberstreif sieht Himpe auf dem Automobilmarkt, auf dem in Europa im September ein Absatzplus von fünf Prozent verzeichnet wurde.
Die Finanzsituation des Unternehmens (die sich in Dollar rechnet) hat sich deutlich verbessert. Zwar sind die Schulden von 16,2 auf 17, 8 Millionen Dollar angestiegen, unter anderem durch die Zahlung der Dividende, doch die Zinslast ist insgesamt um 13 Prozent oder 62 Millionen Dollar gesunken. ArcelorMittal, so teilte das Unternehmen mit, werde seinen bis 2015 laufenden Sparplan in Höhe von drei Milliarden Dollar fortsetzen. Im dritten Quartal lagen die Einsparungen bei 800 Millionen Dollar.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können