Einer der Symbolfiguren des Widerstandes, dem südafrikanischen Freiheitskämpfer und späteren Präsidenten Nelson Mandela, wird in diesem Zusammenhang eine Ausstellung im Resistenzmuseum gewidmet. Sie wird heute Abend offiziell eröffnet. Erste Einblicke waren schon im Voraus erlaubt.
Nelson Mandela
From Prisoner to President
bis zum 28. SeptemberÖffnungszeiten
Di., Mi. und Fr. 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr
Sa., So. 10-18 Uhr
Eintrittspreis: 5 EuroReservierungen:
Gruppenführungen sind auf Französisch, Deutsch, Englisch, Luxemburgisch und Spanisch möglich.
Die geführten Besuche dauern 90 Minuten, die Gruppen sind auf 22 Besucher pro Führer eingeschränkt (55 Euro pro Führung). Informationen über Tel. +352 54 84 72 oder www.mandela.lu.
Den am vergangenen 5. Dezember 2013 verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfer, Friedensnobelpreisträger und Staatspräsidenten Nelson Mandela braucht man eigentlich nicht vorzustellen. Sein Lebenslauf, gekennzeichnet durch eine 27 Jahre währende Gefangenschaft, ist weitgehend bekannt.
Dennoch ist der Besuch im „Musée de la Résistance“ ein Schock. Bereits davor steht die Gefängniszelle, in der Mandela von 1964 bis 1982 auf Robben Island war. Es ist zwar eine moderne Konstruktion, die eher wie eine Skulptur anmutet, sie gibt dennoch Aufschluss über die Enge, in der die Gefangenen lebten. Die Zellen hatten keine Fenster. Jeder Gefangene hatte lediglich eine Decke, in die er sich einrollen konnte.
«Ein Überleben»
Es war demnach viel eher ein Überleben, selbst wenn der inhaftierte Freiheitskämpfer Nelson Mandela daraus das Beste gemacht hat, insofern als er sich auch von den harten Haftbedingungen nicht beirren ließ und nach wie vor zu seinem politischen Kampf stand.
1982 verließ Mandela die Gefangeneninsel und wurde zuerst in das Pollsmoore-Gefängnis in Kapstadt und dann in das Victor-Vester-Gefängnis in Paart verlegt.
Am 11. Februar 1990 wurde Nelson Mandela aus der Haft entlassen. Er war 72 Jahre alt. Gebrochen war er trotz aller Machtproben noch immer nicht. Am Tag seiner Befreiung plädiert er vor 120.000 Anhängern für eine Politik der Versöhnung, die ihm 1993, zusammen mit Präsident Frederik de Klerk, den Friedensnobelpreis brachte und ein Jahr später zum höchsten Staatsamt verhalf.
Freiheitskampf
Mit 46 beeindruckenden Schwarz-Weiß-Fototafeln, versehen mit aufschlussreichen, übersichtlichen Begleittexten, zeichnet die Ausstellung die einzelnen Etappen aus einem harten, auf den Freiheitskampf ausgerichteten Leben nach.
Entdeckt hat Direktor Frank Schroeder die Bilder in Paris. Nach Stockholm ist Esch die dritte europäische Etappe einer Dokumentation, die 2008 vom Apartheidmuseum in Johannesburg zusammengestellt wurde. „Thematisch passt sie gut in unser Konzept“, sagt Schroeder, der von der Epoche des Zweiten Weltkrieges wegkommen und das Museum weiter öffnen möchte. Widerstand habe es nicht nur bei uns und nicht nur in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben, meint er beim Rundgang durch die Ausstellung. Um die großen Fotografien aufzunehmen, musste das Museum völlig leergemacht werden.
Erhobenen Hauptes
Die Informationen drehen um sechs Themen: Der Mensch wird beleuchtet, der Kamerad, der Anführer. Dann kommen der Gefangene, der erhobenen Hauptes aus dem Gefängnis geht, der Verhandler und schließlich der Staatsmann. Eine Informationstafel ist auch den luxemburgisch-südafrikanischen Beziehungen gewidmet. Luxemburg war in den 80er und 90er Jahren das einzige europäische Land, das eine direkte Flugverbindung mit dem unter Apartheid stehenden Land unterhielt.
„Wir haben noch nie eine so umfangreiche Ausstellung organisiert“, meint Schroeder. Die Informationstafeln sind auf Französisch, den Besuchern stehen aber auch Audio-Guides in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. „Wir erwarten ein breites, internationales Publikum“, heißt es seitens des ONT. Entsprechende Angebote gingen bereits ins Ausland.
Der Kampf für die Freiheit muss in unserer Zeit und angesichts der Gefahr eines drohenden Rechtsrucks vorbildhaft bleiben, meint Bürgermeisterin Vera Spautz. Um diese Botschaft über die sehens- und bemerkenswerte Ausstellung hinweg fortbestehen zu lassen, hat Esch künftig auch eine Nelson-Mandela-Straße.
Am 18. Juli, dem Geburtstag von Mandela, organisiert die Stadt einen Nelson-Mandela-Tag, an dem sie die Kultur des Friedens fördern will. Sinn und Zweck dieses Tages ist es, die Menschen zum Erhalt der Menschenrechte zu vereinen.
Zu Demaart
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